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AERTiCKET_SR
Touristikprofi
| Zuletzt Online: 21.04.2015
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    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Good bye, hope to see you again - zurück in der Heimat" geschrieben. 01.04.2015

      Guten Morgen liebe Freunde,

      die alte Heimat hat mich wieder - sie empfing mich mit Sturm und Schnee! Eine etwas herzhafte Umstellung nach dem tropisch-feuchtwarmen Klima der vergangenen Wochen, wie ihr euch denken könnt.

      Meine Rückreise erstreckte sich über zwei lange Tage, und verlief weitestgehend reibungslos, aber auch ziemlich anstrengend.

      Die erste Etappe erfolgte frühmorgens vom Adisujipto International Airport in Yogyakarta mit Air Asia zurück nach Kuala Lumpur. Wie es der Zufall so will, flog ich zum wiederholten Mal mit einem einzigartigen, sogenannten "Logo Jet" einer Airline, einem Flugzeug mit Sonderbemalung. Das ist ein ganz besondere Leckerbissen für Airliner-Freaks wie auch ich einer bin und für die weltweite "Airline-Spotter"-Gemeinde, die nur darauf wartet, dass ihr einer dieser seltenen Exemplare zufällig vor die Kamera gerät. Auch in dieser Hinsicht war meine Reise durch Indonesien ein absolutes Highlight, durfte ich doch selber mit drei dieser Raritäten fliegen: Zunächst mit dem "Abu Dhabi Promojet" von MUC nach AUH (siehe auch Bilder dort), dann mit dem einzigen GARUDA Jet in "SKYTEAM-Bemalung von Jakarta nach Manado, und jetzt der Air Asia "Bo-Rocks" Airbus, benannt nach einer Malaysischen Rockgruppe (oder einem Sportverein? Da bin ich mir nicht so ganz sicher, Asche auf mein Haupt.). Unterwegs konnte ich sogar mehrmals die beiden einzigartigen GARUDA-"Retrojets" ablichten, eine in der ehemaligen Bemalung aus den 50gern-60gern, und das Exemplar mit der Garuda-Corporate Identity der 70ger. Für mich und alle, die ähnlich gepolt sind und das nachvollziehen können, absolut ebenbürtige Höhepunkte einer so faszinierenden Reise.

      In Kuala Lumpur hatte ich einen knapp 14-stündigen Aufenthalt, den ich zum Teil in dem sogenannten "Capsule-Hotel" im gigantischen Low Cost Terminal KLIA2 der Flughafens von Kuala Lumpur verbrachte. Dort übernachtet man in kleinen Boxen, die übereinander gestapelt sind, und schließt sein Gepäck in sog. Locker ein. Die Betten sind herrlich bequem und die Einrichtung lässt keine Wünsche offen, obwohl man gerade mal im Schneidersitz auf seiner Matratze sitzen kann, ohne mit dem Kopf an die Decke zu stoßen ;-) So fand ich vier Stunden tiefen und erholsamen Schlaf und wurde um Mitternacht sanft vom Concierge per Telefon geweckt, um meinen Weiterflug mit Etihad nach Abu Dhabi um 3 Uhr nachts antreten zu können.

      Diese Etappe entpuppte sich dann doch als etwas stressig, und das nicht wegen eines unruhigen Fluges. Die "Turbulenzen" wurden vielmehr verursacht durch eine ca 50köpfige Gruppe pubertierender Saudi Arabischer Austauschschüler auf dem Weg zurück in die Heimat. Alle im besten Flegelalter zwischen 12 und 18 Jahren. Von dem Moment, als sie in geballter Formation das Flugzeug stürmten, war es schlagartig vorbei mit meiner wohlig-gemütlichen Schläfrigkeit, mit der ich überzeugt war, den Flug entspannt zu überstehen (wie bereits erwähnt, bin ich ein echter Flug-Angsthase).
      Vom ersten Moment an ging es buchstäblich über Tische und Bänke, die Stewardessen taten mir von Herzen leid. Noch während des Startvorganges wurde in den Gängen herumgerannt, trotz unzähliger Aufforderungen, doch bitte sitzen zu bleiben, die Sitzlehnen in eine aufrechte Position zu bringen und elektronisches Equipment auszuschalten. Nach dem Kontrollgang der einen Stewardess wurden sofort wieder alle Elektrogeräte eingestöpselt, sich abgeschnallt und wild mit dem Hintermann diskutiert, bis dann der nächste Kontrollgang der nächsten Stewardess erfolgte.

      Aber auch der wildeste Krieger wird irgendwann einmal müde, und so schlummerte nach und nach die gesamte Rasselbande ein, sehr zu meiner Freude und Erleichterung, und der der Crew, die doch ziemlich mit den Nerven am Ende war.

      Der Rest des Fluges verlief ziemlich ruhig und ich freundete mich sogar mit meinem Sitznachbarn an, der mit seinen acht Jahren der jüngste der Truppe war. Während der Reise entdeckte er, dass es sich an meiner Schulter und auf meinen Knien bequem schlafen lässt. Ich versuchte mich so wenig wie möglich zu bewegen, fühlte Beschützer- und Vaterinstinkte in mir hochsteigen, und musste so manchmal in mich hineinschmunzeln ;-)

      Die letzte Etappe AUH-TXL verlief ruhig und ohne weitere Vorkommnisse, abgesehen von der Erfahrung, dass der Sitzabstand in dem Air Berlin Airbus doch verdammt knapp bemessen ist, auch für so kleine Menschen wie mich. Kein Vergleich zur Etihad oder gar GARUDA mit ihrem mehr als generösen Sitzabstand!

      Nun, welches Resümee ziehe ich aus dieser langen Reise?

      Ich durfte ein wunderschönes und faszinierendes Land kennenlernen, dessen stolze und anmutige Bewohner mich durch ihre Herzlichkeit, ihre Großzügigkeit und Gastfreundschaft zutiefst beeindruckt haben! Lange noch werde ich von dem Lächeln der Menschen, ihrer Freundlichkeit und ihrer gelebten Toleranz zehren. Ich hatte auf meiner Reise unzählige, mich bewegende und erfüllende Begegnungen mit vielen Menschen aus den verschiedensten Gegenden dieses riesigen Landes. Mich erstaunte, wie unverfälscht und noch weitestgehend unbeeinflusst von den Touristenströmen in anderen Weltgegenden sich die Bewohner der indonesischen Inseln ihre Traditionen und ihr warmes, freundliches und friedvolles Wesen bewahrt haben. Diese Menschen haben mich schlichtweg verzaubert.

      Indonesien ist überaus reich an Kultur und bewegender Geschichte. Ein wenig konnte ich eintauchen in das Leben und den Alltag der Menschen dort. Ich bin erfüllt von den vielen Bildern, Gerüchen, Farben und Geräuschen.

      Der Ruf der Muezzine in der abendlichen Dämmerung über das offene Meer hinaus und das morgendliche Krähen der allerorts frei herumlaufenden Hähne, dass saftige Grün der überbordenden Vegetation und der süßliche Duft der überall konsumierten Nelkenzigaretten sind einige der Sinneswahrnehmungen, die ich für immer mit diesem unbeschreiblich schönen und vielfältigen Land verbinden werde.

      Dieser Besuch wird sicherlich nicht mein Letzter in Indonesien gewesen sein, es gibt noch so viele faszinierende Flecken und Inseln dieses Riesenreiches zu entdecken und genießen, so viele schöne und freundliche Menschen zu treffen.

      Euch, liebe Freunde, möchte ich danken für die Geduld und die Treue, mit der ihr mich über die gesamte Zeit in Gedanken begleitet habt und Anteil an meinen Erlebnissen genommen habt.
      Terimah Kasi und Selamat Malam

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Abschied von Indonesien" geschrieben. 29.03.2015

      28.03.

      Guten Morgen ihr Lieben zu Hause, die ihr mich so treu in Gedanken meine gesamte Reise über begleitet habt!

      Es ist frühmorgens hier in Yogyakarta, ich genieße zum letzten Mal ein liebevoll zubereitetes und opulentes Frühstück (übrigens obligatorisch und selbstverständlich in jeder meiner Unterkünfte; ob billigst oder teurer...).



      Kleine Gasse in Yogyakarta

      Den gestrigen, letzten vollen Tag dieser meiner abenteuerlichen und unvergesslichen Reise nutze ich noch in vollen Zügen aus:

      Zunächst fuhr ich mit einem Taxi in den äußersten Norden von Jogja, um die Firma "TRAVELlNDO" zu besuchen. Wie ich euch bereits aus Manado über die Reisegepflogenheiten der Indonesier im Allgemeinen berichtete, gibt es nur sehr wenige Vollreisebüros, bzw. Veranstalter, die im entferntesten mit unserem Begriff "Consolidator" oder Airline Wholesaler in Verbindung gebracht werden können. Mir sind mittlerweile drei dieser Firmen namentlich bekannt, nämlich besagtes "Travelindo", dann noch "Traveloka" und "Linetiket" (die Firma schreibt sich tatsächlich ohne „c“ in "ticket", das entspricht der indonesischen Schreibweise).

      Über diese Firmen lassen sämtliche Reiseagenturen landesweit ihre Anfragen bezüglich Flugtickets abwickeln, die über den reinen indonesischen Domestik-Flugverkehr mit den bereits erwähnten Low Cost Carriern hinausgehen. Die "gewöhnliche" indonesische Reiseagentur beschränkt sich in der Regel auf den eigenen Zugriff zu den Internetseiten dieser "ticketless Carrier" wie z.B. Lion Air, Sriwijaya Air, Wings Abadi, etc. Ansonsten verfügt kaum eines der Reisebüros über Zugang zu einem der bei uns üblichen Reservierungssysteme, geschweige denn über eine IATA-Lizenz. Diese haben nur die o.g. Unternehmen, deshalb kommt diesen eine Schlüsselfunktion bei der Abwicklung und dem Handling des internationalen Verkehrs zu, sowohl incoming wie auch outgoing.

      Ihr könnt euch vorstellen, dass die organisatorische Abwicklung einer Fluganfrage, oder z.B. einer Gruppe, die aus Jakarta nach Europa fliegen möchte, und dies über ein Reisebüro in, sagen wir z.B. Manado abwickeln möchte, sehr zeitaufwändig, und oftmals auch ziemlich frustrierend sein kann, wie mir schon Mrs. Laya von "Bunaken Tours" in Tomohon berichtete (siehe auch dort in meinem Bericht aus Sulawesi).

      Travelindo ist in einem kleinen, unscheinbaren Haus unweit der hiesigen Universität untergebracht. Es gibt einen großen, zentralen "Schalterraum" für alle Bedürfnisse des Reisens, Ticketcounter Domestik und International getrennt, Fährtickets und einen Hotelcounter. Zu Ihrer Funktion als Tickethändler betreut Travelindo in diesem Raum auch die Laufkundschaft, bzw. Direktkunden.

      Zudem kann man als (ausländischer) Direktkunde auch Touren und Packages im ganzen Land buchen. Somit fungiert Travelindo auch noch ganz nebenbei als Touroperator.

      Die beiden Manager, die ich interviewen durfte, Mr. Alit Artanta (Supervisor Ticketing) und Mrs. Wiviek Setiyanti (Supervisor Tour Staff) berichteten mir, dass man erst seit ca. fünf Jahren überhaupt in Indonesien Tickets per Internet buchen kann, und dass dies bisher erst ca. 5% der Reisenden in Anspruch nehmen. Sei es aus mangelnder Kenntnis, fehlender Internetanbindung (besonders in Regionen außerhalb der Großstädte und fernab von Java oder Bali), oder sei es, dass nur ein sehr geringer Prozentsatz der Bevölkerung über einen eigenen PC verfügt. Also werden auch die Tickets der Low Cost Carrier über Reiseagenturen erworben. Die Agenturen wiederum bedienen sich der individuellen Freischaltung auf den Internetseiten der jeweiligen Airlines. Travelindo selber wickelt das eigene Fluggeschäft mit den Trunk-Carriern über das System "Abacus" ab. Sabre, Galileo oder Amadeus sind nicht gebräuchlich.

      Ich führte für die beiden Kollegen eine Unternehmenspräsentation unserer Firma durch, erläuterte unsere Buchungsabläufe und stellte ihnen unsere Datenbank sowie den Farewizard vor, für Reiseagenturen ohne Anbindung an offizielle Reservierungssysteme gedacht.

      Die beiden und ich hatten viel von diesem allgemeinem Informationsaustausch und würden das perspektivisch gerne regelmäßig wiederholen. Denn genauso, wie unser Unternehmen daraus Gewinn ziehen könnte, einen unkomplizierten Zugang auf den riesigen indonesischen Domestik-Flugmarkt zu bekommen - dieser Zugang ist in der Regel für ausländische Firmen sehr limitiert und äußerst kompliziert, einzig Garuda ist in den geläufigen CRS/GDS reservier- und ausstellbar, und dies zu exorbitanten Preisen (dabei denke ich insbesondere an unsere zahlreichen Asienveranstalter-Agenturen, denen wir eine Plattform für solche Fluganfragen bieten könnten) -, so wäre andererseits natürlich auch für indonesische Wholesaler wie Travelindo, die im Outgoing- Sektor auf eine reisefreudige und durch die erstarkende Mittelschicht immer größer werdende Zahl potentieller Kunden zurückgreifen könne, ein Zugang zu unseren (Consolidator-)Tarifen weltweit von Nutzen. Indonesien ist mit über 240 Millionen Einwohnern die immerhin viertbevölkerungsreichste Nation der Welt!

      Das Interesse an unserer Datenbank war enorm, und immer wieder hörte ich durch, dass es einen immensen Bedarf an Tarifen ex Indonesien nach Europa und Amerika gibt, der durch die ausschließlich buchbaren "official Fares" in den Reservierungssystemen nur sehr mangelhaft befriedigt werden kann. Hier sehe ich ein großes Potential für eine Zusammenarbeit.

      Nach diesem lehrreichen Besuch bei Travelindo kehrte ich in die Innenstadt zurück, um mir noch einige kulturelle Highlights von Yogyakarta anzuschauen. Leider hatte ich etwas Pech mit meinem Vorhaben, den Kraton, d.h. den berühmten Sultanspalast und die anschließenden Museen zu besuchen. Es war Freitag und an diesem Tag sind fast sämtliche öffentlichen Einrichtungen und Museen geschlossen. Allerdings kam mir das nicht ganz ungelegen. So hatte ich viel Zeit und Muße, ganz ohne Druck und Zeitplan noch ein paar Stunden durch die Stadt zu schlendern. Ich besuchte die "Yogyakarta school of arts" die nur freitags für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Dort ließ ich mir von Dozenten und Schülern die Kunst des Batikens erklären, ein von der UNESCO ausschließlich für Indonesien erklärtes Weltkulturgut.



      Schülerinnen der Yogyakarta school of arts

      Yogyakarta ist eines der Zentren für Indonesische Batikkunst. Es ist schon sehr beeindruckend und faszinierend, wie aufwändig und zeitintensiv die Erstellung von Batikobjekten ist, seien es traditionelle Kleidungsstücke wie Sarongs oder Schals und Hemden, oder auch Gemälde und großformatige Reliefs.



      Beeindruckend: Batikarbeit in Indonesien

      Anschließend stattete ich noch dem Fort "Fredeburg" einen Besuch ab, einem bedeutenden Ort der jüngeren indonesischen Geschichte, insbesondere für den Zeitraum der Erlangung der Unabhängigkeit von Holland von 1945 bis 1953.

      Auch dort hatte ich wieder viele nette Kontakte mit Menschen, wie z.B. mit zwei Schulmädchen, die mich um ein Interview baten, zum Thema Höflichkeit, Umgangsformen und "no gos " im zwischenmenschlichen Miteinander in Deutschland.



      Sateverkäuferin

      Zwischenzeitlich hatte es angefangen zu regnen und zu gewittern, wie im übrigen an jedem meiner Tage auf Java, eine für mich willkommene Abkühlung und Erleichterung. So machte ich mich dann auch mit einer Fahrradrikscha, die gegen den prasselnden Regen mit einer Plastikplane bedeckt wurde, in Richtung Guesthouse auf.

      Abends hatte ich dann im Hostel bei einem kühlen Glas Bier noch ein langes und anregendes Gespräch mit einem Mitreisenden aus Surinam und dessen Freundin, einer Holländerin, deren Familie aus Yogyakarta stammt, und die sich auf einer Art Familien-Forschungsreise zurück zu ihren Wurzeln befand.

      Für heute soll es das gewesen sein, das nächste Mal werdet ihr mich wohl erst wieder aus der alten Heimat hören.

      Gute Nacht, Selamat Malam

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Unterwegs auf Java" geschrieben. 27.03.2015

      Gestern Abend habe ich nun schon die letzte Station meiner Reise erreicht, Yogyakarta. Oder auch Jogjakarta, beides ist geläufig und korrekt.
      Die Stadt ist laut, chaotisch, nicht gerade eine Schönheit. Zugleich jedoch auch bunt, freundlich und lebendig.

      Zunächst möchte ich jedoch noch gerne von meinen letzten Tagen in Borobudur berichten :

      Die erste Nacht verbrachte ich in der Campaka Villa, einem noch ziemlich neuen Guesthouse in Borobudur. Ich war dankbar, so kurzfristig von einem Tag auf den anderen noch eine Unterkunft in Borobudur von Ambon aus buchen zu können. Die Mitarbeiter waren wie eigentlich immer während meiner gesamten Reise, ausgesprochen herzlich und hilfsbereit.

      Am nächsten Tag zog ich um in mein eigentlich gebuchtes Domizil, dem Efata Homestay direkt im Dorf, fünf Minuten vom Eingang zum Borobudur Tempel gelegen.

      Mr. Ika und seine Frau Yani samt kleinem Sohn betreiben das Guesthouse, sie haben drei Gästezimmer, angelegt um einen tropischen Garten, gegenüber wohnt der Bruder samt Familie, daneben die Mutter von Ika. im Garten spielt sich das ganze soziale Leben ab.



      Im Garten des Efata Homestay

      Wie der Name Homestay schon ausdrückt, wohnt man bei und mit der Familie. Die Familie Efata kümmerte sich so liebevoll und emsig um mich, ich fühlte mich vom ersten Moment an tatsächlich wie zu Hause. Es gab Obst direkt von einem der Bäume, die oberleckeren Rambutan (ähnlich wie Lichies) oder die Snakefruit, deren Schale tatsächlich einer Schlangenhaut zum Verwechseln ähnlich sieht.



      Sieht gefährlich aus, ist aber superlecker: Rambutan Frucht

      Ich machte es mir auf der Terrasse bequem, hielt ein längeres Pläuschchen mit Ika über seine Idee und das Konzept des behutsamen Tourismus und der Wahrung der Authentizität des Dorflebens für die Besucher und die Menschen die hier ansässig sind. Und dass die Dorfbewohner partizipieren an den Einnahmen des Tourismus im und um den Tempel herum, was beileibe nicht selbstverständlich ist.

      Am nächsten Morgen machte ich mich zum Tempel auf. Ich muss meine vorherigen Ausagen korrigieren, dass es sich bei Borobudur um eine ganze Tempelanlage handelt. Es handelt sich vielmehr um einen einzigen Tempelkomplex.

      Ich zitiere hier aus Wikipedia: "Die kolossale Pyramide befindet sich rund 50 Kilometer nordwestlich von Yogyakarta auf der Insel Java in Indonesien. Borobudur wurde 1991 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Sie gilt als das bedeutendste Bauwerk des Mahayana-Buddhismus auf Java.

      Gebaut wurde die Stupa vermutlich zwischen 750 und 850 während der Herrschaft der Sailendra-Dynastie. Als sich das Machtzentrum Javas im 10. und 11. Jahrhundert nach Osten verlagerte, geriet die Anlage in Vergessenheit und wurde von vulkanischer Asche und wuchernder Vegetation begraben. 1814 wurde sie wiederentdeckt, aber erst im Jahr 1835 brachten Europäer sie wieder ans Tageslicht. Ein Restaurierungsprogramm in der Zeit zwischen 1973 und 1984 brachte große Teile der Anlage wieder zu früherem Glanz.

      Insgesamt neun Stockwerke türmen sich auf der quadratischen Basis von 123 m Länge. An den Wänden der vier sich stufenartig verjüngenden Galerien befinden sich Flachreliefs in der Gesamtlänge von über fünf Kilometern, welche das Leben und Wirken Buddhas beschreiben. Darüber liegen drei sich konzentrisch verjüngende Terrassen mit insgesamt 72 Stupas, welche die Hauptstupa von fast 11 m Durchmesser umrahmen.

      Borobudur ist nicht nur ein einzigartiges religiöses Denkmal, sondern auch eine wichtige Quelle für Informationen zur javanischen Geschichte. Die dargestellten Personen, ihre Kleidung, Häuser, Wagen, Schiffe, Geräte, Instrumente, Tänze etc. zeigen das höfische und bäuerliche Leben im Java des 9. Jahrhunderts, wie es sonst nirgends dokumentiert ist."

      So, nun wieder ich : ;-)

      Am Fuß der Pyramide sprachen mich zwei junge Mädchen an, die ein Praktikum als Guide von ihrer Schule für Tourismus in Yogya aus absolvieren und sie fragten mich, ob sie mich begleiten und etwas über den Tempel erzählen dürften. So erklommen wir gemeinsam den Tempel bis zur obersten Zentralstupa und die beiden Reiseführerinnen in spe erklärten mir einige der Reliefs an den Außenwänden. Um ehrlich zu sein, habe ich davon nicht viel behalten, da ich Schwierigkeiten hatte, das Englisch der beiden Damen zu verstehen. Sie waren jedoch so nett und charmant bemüht, dass ich sie auch entsprechend gut entlohnte.



      Meine charmanten Begleiterinnen beim schweißtreibenden Aufstieg

      Oben angekommen, verabschiedete ich mich von meiner netten Begleitung und genoss das Panorama über die liebliche Javanische Landschaft und die umgebenden Bergmassive und Vulkane...

      ...und schwitzte mich schier zu Tode, T-Shirt und Hose klebten zum Auswringen an meinem Körper.... Jede noch so kleine Bewegung erforderte große Anstrengung in der sengenden Sonne und bei der enormen Hitze. So machte ich mich ganz langsam auf den Abstieg, indem ich jede Stufe des Tempels umrundete und die Reliefs an den Wänden auf mich wirken ließ. So brauchte ich zwei Stunden zum Abstieg, nahm dafür aber die Umrundungen der Pyramide wie eine Art Meditation wahr, eine sehr nachhaltige und eindrückliche Erfahrung.



      Leben auf Java im 9. Jahrhundert (Relief am Tempel)

      Danach besuchte ich noch die sich im Tempelpark befindlichen archäologischen Museen, dankbar für jedes bisschen Schatten, welches ich ergattern konnte.

      Zum Schluss erklomm ich tatsächlich noch den Puncak Dagi, einen Hügel gegenüber des Tempels, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die gesamte Anlage genießen kann.



      Blick auf Borobudur

      Den Rest des Tages ruhte ich mich aus und genoss die Ruhe und den Garten meiner Unterkunft.

      Am nächsten Morgen, nach einem köstlichen Frühstück, lud mich Ika noch zu einer Spritztour in die Umgebung mit seinem Motorrad ein. Zunächst besuchten wir den Mendut-Tempel, der noch älter als der Borobudur Tempel ist, und in dessen direkter Nachbarschaft gerade aktuell ein ganz neu entdeckter zweiter Tempel ausgegraben wird.

      Im Inneren des Mendut-Tempels befindet sich die größte, in Indonesien erhaltene Buddhafigur, umrahmt von zwei kollosalen Boddhisatwa-Figuren.

      Ika erzählte mir anhand einiger Reliefs an der Außenseite des Tempels einige Legenden, die sich um das Leben und Wirken Buddhas ranken und märchenhafte Parabeln und Weisheiten des damaligen Javanischen Alltagslebens. Sehr spannend und faszinierend, einen Einblick in die Bedeutungen dieser Bilder und Reliefs zu bekommen.

      Anschließend fuhren wir durch einige der umliegenden Dörfer, besuchten eine kleine traditionelle Manufaktur zur Tofuherstellung und einen alten Mann auf einem Gehöft, der noch in Handarbeit köstlichen braunen Zucker aus Bambus herstellt. Er lebt mit seiner Frau noch in einem der selten gewordenen und antik wirkenden Häuser ganz aus Bambusgeflecht errichtet.

      Wir beobachteten Reisbauern beim Dreschen und Flegeln der schon reifen Reisernte, alles mühsam mit der Hand und in der sengenden Sonne, was für eine extrem harte Arbeit für ein paar Handvoll Reis. Ich war völlig überwältigt. Die Menschen hier auf dem Land arbeiten sehr hart und beschwerlich für ihr geringes Auskommen.



      Mühsame Arbeit: Reisbauer beim Dreschen

      Diese Tour wird mir ebenfalls in ewiger Erinnerung bleiben, ich bin tief beeindruckt von Land, Leuten und Kultur hier in Zentraljava.

      Nach einem wehmütigen Abschied von Ika und seiner Familie, inclusive obligatorischer Erinnerungsfotos, brachte mich der selbe Mann, der mich schon vom Flughafen nach Borobudur gefahren hatte, nach Jogjakarta. Hier hatte es wohl kurz vorher ein böses Unwetter gegeben. Straßen waren überflutet, Bäume umgestürzt... Im Guesthouse angekommen, erfuhr ich, dass seit Stunden die Elektrizität im Viertel ausgefallen war, ebenfalls verursacht durch einen auf die Hauptleitung umgestürzten Baum. Später abends konnte die Stromversorgung dann wieder hergestellt werden.

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Endlich auf Java" geschrieben. 23.03.2015

      Selamat Datang di Borobudur Java Tenggah!

      Ich sitze im Garten meiner schönen neuen Behausung in Borobudur, Provinz Zentral Java.

      Dieser Reisetag hatte es echt in sich, bin seit nunmehr 5 Uhr Ambon-Zeit auf den Beinen. Zwischen Ambon und Java liegen zwei Zeitzonen, hier ist es jetzt 17 Uhr, auf Amon bereits 19 Uhr, also bin ich jetzt seit 13 Stunden "on the road" , oder besser gesagt auf dem Flug zwischen Ambon und Yogyakarta (korrekter Jogjakarta, man spricht auf Indonesisch das J wie ein "dsch", das Y wiederum wie ein J , es heißt aber "Dschogdschakarta", oder kürzer : Jogja)

      Ich habe meine Entscheidung, meinen Flug hierher spontan auf heute zu verlegen und den "Abflug" von Ambon zu machen, nicht bereut.

      Gestern Nachmittag war ich mit Dave verabredet, dem überaus netten und charmanten Rezeptionisten aus meinem Hotel. Er musste bis 15 Uhr arbeiten, danach versuchten wir, da ich Hunger hatte, irgendein offenes Restaurant aufzutun. Da war aber leider absolute Fehlanzeige. Die Stadt macht sonntags komplett die Schotten dicht. Ein sehr merkwürdiger kurzer Besuch in einem Karaoke-Etablissement entpuppte sich für mich als echter Kulturschock. Dave wollte mir einen Gefallen tun, da mir viel zu heiß war und ich etwas essen wollte. Also gingen wir in diesen merkwürdigen Karaoke-Club. Dieser besand aus langen dunklen Fluren, verteilt auf vier Stockwerke, daran liegend Dutzende von dunklen Kammern, ca. 2 x 2 Meter groß, schallgedämft und ohne Tageslicht. Mit einer Bank, einem Tisch und einem riesigen Fernseher . Dort schließt man sich dann ein, singt mit Freunden oder der Familie im Schein einer Neonröhre an der Decke und kann sich Snacks oder Getränke servieren lassen. Trotz Schalldämpfung herrscht auf den Fluren ein ohrenbetäubender Krach von voll aufgedrehten Karaoke-Anlagen aus den verschiedenen Gummizellen. Minimum-Mietzeit für den Verschlag sind zwei Stunden. Für mich war dieses Etablissement ein echter Albtraum. Ich wollte nur noch raus dort, und zwar so schnell wie möglich. Dave war völlig erstaunt und pikiert, dass ich mich dort nicht wohlfühlte und es mir nicht für den Reste des Sonntages dort gemütlich machen wolle. Ich konnte ihm nur mühsam verständlich machen, dass dies nicht unbedingt der europäische Weg ist, einen gemütlichen Sonntagnachmittag bei strahlender Sonne und Wärme zu verbringen. Ich hatte da eigentlich eher an einen Strand gedacht, eine Bar, ein kühles Bier, Wasser, etc.

      Nach einigem Hin und her nahmen wir uns ein Taxi, welches uns für einen sagenhaft hohen Preis nach Natsepa brachte, einem öffentlichen Badestrand, einige Kilometer außerhalb von Kota Ambon. Dort gab es eine Kaimauer am Wasser, keinen Strand, dafür aber Dutzende von Essständen und Hunderte von Menschen, die sich irgendwie um die Stände drückten und auch ein paar Kinder im Wasser.



      Am Strand außerhalb von Kota Ambon

      Nach einem Kopi (einem auf türkische Art aufgebrühtem Kaffee), lauwarm und mit Wasser von sehr zweifelhafter Herkunft zubereitet, den ich dann doch lieber halbvoll stehen ließ, und dem Genuss irgendeiner undefinierbaren Gelleemasse, eingewickelt in Bananenblätter, machten wir uns auch schon wieder gen Ambon City auf. Mein Bedarf an Ambon war für den Tag eigentlich völlig gedeckt. Mit demselben Taxi, das die Stunde auf uns wartete, fuhren wir in die Stadt zurück. Dave hatte dann die gute Idee, zur Monumentalstaue der Inselheiligen "Martha Christina" zu fahren. Sie thront oberhalb von Ambon auf einem Berg, von dort hat man einen wirklich schönen Blick auf die Stadt und die Bucht von Ambon. Der erste wirklich schöne Ort, den ich in Ambon-Stadt zu sehen bekam. Dort gibt es auch ein kleines, nettes Open-Air Restaurant, wir aßen eine Kleinigkeit und machten uns dann mit einem Minibus-Taxi wieder in die City auf, wo ich mich von Dave verabschiedete und ins Hotel zurückging. Die gemeinsamen Stunden mit Dave haben mir den Tag wirklich leicht und erträglich gemacht, seine nette und freundschaftliche Art und sein Bemühen, mir eine nette Zeit zu bereiten. Aber einen weiteren Tag wollte ich wirklich nicht in Ambon verbringen.

      So war ich richtig happy, als mich Mr. Michael heute Morgen vom Hotel abholte und zum Flughafen brachte. Eine immerhin einstündige Fahrt rund um die Bucht von Ambon herum. Luftlinie sind das quer über das Wasser vielleicht 5 Kilometer, aber man muss mit dem Auto ca. 45 Kilometer um den ganzen Pudding herumfahren, eine Brücke ist seit 10 Jahren in Bau, die Fertigstellung steht in den Sternen.

      Nochmals zu Mr. Michael: Er ist wirklich ein Genie und wird zurecht der "Ambassador" von Ambon genannt. Er kann (fast) alles organisieren, inclusive Fähr- und Flugtickets, selbst wenn offiziell alles ausgebucht ist (siehe auch meinen Trip auf die Banda-Inseln). Wenn es jemanden von euch nach Ambon verschlagen sollte (und das ist sehr wahrscheinlich, wenn man sich auf der Durchreise zu den Bandas, nach Papua, den Kei-Inseln, den Südmolukken etc. befindet, Ambon ist schlichtweg DIE Drehscheibe für diese gesamte Region) versäumt nicht, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Er hilft euch wirklich weiter und organisiert alles, was in seiner Macht steht. Ihr findet ihn an seinem Schalter in der Ankunftshalle am Flughafen. Dieser Mann ist wirklich mit Gold nicht aufzuwiegen! Völlig zu Recht hat Ihm der "Lonely Planet" in seiner Indonesien-Ausgabe einige ausführliche Zeilen gewidmet.



      Mr. Michael, der "Botschafter" von Ambon

      Gerade regnet es hier in Strömen, ich sitze unter einem riesigen Schirm im Freien und die Lautsprecheranlage des Muezzin nebenan scheppert ohrenbetäubend zum Gebet ;-) Endlich mal angenehm kühle Luft zum Durchatmen!

      Zurück zu meinem heutigen Mammut-Trip :

      Zunächst ging es mit GARUDA von Ambon nach Makassar, dem ehemaligen Ujung Padang, in Südsulawesi gelegen. Der Flug war streckenweise etwas holperig, und ich genehmigte mir gegen die Flugangst eine halbe Valium. Immerhin flogen wir durch die tropische Konvergenzzone direkt am Äquator entlang, und mir war der Absturz der Air Asia im Dezember im selben Gebiet leider nur allzu gut im Gedächtnis hängengeblieben.

      Nach gut 90 Minuten Wartezeit ging es zum längsten Flugabschnitt der heutigen Reise, von Makassar nach Jakarta, diesmal ohne weitere Vorkommnisse. Von Jakarta flog ich nach weiteren zwei Stunden Transitzeit weiter nach Jogjakarta, eigentlich ein kurzer Flug von 50 Minuten. Aus mir unerfindlichen Gründen durften wir jedoch nicht landen und kreisten eine halbe Stunde über den Bergen vor Jogja... Nas das war was für mich, zumal das Wetter immer schlechter wurde...

      Dann endlich durften wir landen, bevor es richtig anfing zu gewittern, und ich war heilfroh wieder Boden unter den Füssen zu haben!

      Nun kurz zur Garuda Indonesia: Ich bin schlichtweg begeistert von dieser Airline, die völlig zurecht für ihren Service mit fünf Sternen von Skytraxx ausgezeichnet wurde. Sie ist zur Zeit die qualitativ beste Airline auf dem Luftverkehrsmarkt, auch auf Regional- und Domestikstrecken. Auf jedem Flugabschnitt gab es Fullservice, d.h. eine warme Mahlzeit, sogar heute Morgen in aller Herrgottsfrühe! Der Kabinenservice selber ist äußerst professionell, freundlich und zuvorkommend. Kissen und Decken auf jedem Platz sind selbstverständlich, ebenso einen privaten Bildschirm mit vollem Inflight-Entertainment an jedem Sitz, selbst auf dem kurzen Hüpfer JKT-JOG ! Davon könnte sich so manch ein Europäischer Carrier eine dicke Scheibe abschneiden, von den amerikanischen Airlines ganz zu schweigen.

      Die Stewardessen in ihren traditionellen Indonesischen Uniformen, farbenfrohen Saris ähnelnd, sind hübsch anzusehen, und man wird immer wieder sehr charmant gefragt, ob man noch irgendwelche Getränkewünsche hätte. Keiner der Flüge war voll ausgebucht (zu meiner großen Freude, zum Leidwesen von Garuda, der es finanziell momentan nicht gut geht, wie ich heute in der "Jakarta Post" gelesen habe). Die in den Domestikmarkt drängenden Airlines wie Lionair oder Sriwijaya Air machen Garuda wohl sehr zu schaffen. Ich möchte dieser Fluglinie alles Gute gönnen, zumal sie in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen hat, von ihrem einstigen schlechten Image Abschied zu nehmen. Sie hat in den vergangenen fünf Jahren gewaltige Summen in eine komplett neue Flotte, die Infrastruktur und Ausbildung des Personals investiert.



      Dirks Lieblingsairline

      Am Flughafen in Jogja wurde ich vom netten Fahrer des kleinen Hotels in Borobudur abgeholt, und nach weiteren 90 Minuten quer durch das riesige Jogjkarta war ich für heute endlich am Ziel meiner heutigen Reise angekommen. Die lange Fahrtzeit nutzte ich, mit Hilfe meines Fahrers ein paar Vokabeln Bahasa Indonesia zu lernen.

      Von weitem habe ich auch schon einen kurzen Blick auf die Tempel und Stupas von Borobudur erhaschen können, Ich bin wirklich gespannt auf den morgigen Tag und meinen ersten Besuch dieser weltweit größten buddhistischen Tempelanlage!

      Gleich gibt es irgendetwas mit Tofu zum Abendbrot, ich lasse mich nur zu gerne überraschen :-)

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Ambon ist keine Reise wert" geschrieben. 22.03.2015

      Heute Morgen schwimmt unglaublich viel Müll in der Lagune herum, Plastikflaschen wohin man sieht... Ein trauriger Anblick. Vielleicht stammt der Abfall vom Pelni-Ship, das heute Morgen um 5 Uhr mit lauter Sirene von Papua aus kommend einlief. Ich wollte mir die Abfahrt um 7 Uhr nicht entgehen lassen, solch ein Riesenbrummer in der kleinen Lagune...

      Vor der Anlegestelle hatte sich fast die gesamte Insel eingefunden, Marktstände wurden schnell improvisiert errichtet, ein emsiges Treiben in und um den Riesenkahn herum. Mit einiger Verspätung und nach gefühlter Ewigkeit war der Dampfer endlich abfahrbereit, zuvor waren Hunderte Menschen die Gangway hoch- und wieder herunterspaziert, nicht zu unterscheiden, wer nun Passagier, Angehöriger oder Händler war. Kein Mensch kontrollierte, keine Eingangskontrolle weit und breit.



      Banda, vor der Abfahrt des Dampfers

      Einige Leute sah ich diverse Male das Schiff betreten und auch wieder verlassen, hin und her, bis schließlich doch die Gangway ein letztes Mal hochgezogen wurde, aber nein: Jetzt kam noch ein Krankentransport mit zwei Verletzten an, die noch schnell auf den Dampfer verfrachtet wurden, dann ging es doch tatsächlich los.

      Ich sah dem Schiff noch lange hinterher, bis es aus der Lagune verschwunden war. Irgendwie ein melancholischer Augenblick.



      Großer Dampfer fährt aus kleiner Lagune

      Dann schlenderte ich gemütlich wieder in das Dorf hinunter, sah noch einige Zeit dem geschäftigen Treiben des Marktes an der Bootsanlegestelle zu. Nun sitze ich auf der Terrasse meines Guesthouse und frühstücke erstmal. Mal schauen, ob das mit dem Bootsausflug um die Insel Api heute klappt, gestern Nachmittag war Mr. Jumar, der Housekeeper hier, zu müde für den Trip.

      Kota Ambon, Zentralmolukken, 22.03.
      Selamat Pagi ihr Lieben, guten Morgen aus Kota Ambon.

      Ich bin also wieder zurück in der Stadt, in die ich eigentlich nicht wollte, aber leider hat es mit der Warteliste auf dem Flug der Susi Air am Montag nicht geklappt, bzw. das Risiko als Standby Passagier erst am Montag zu wissen, ob ich mitkomme oder nicht, war mir zu groß, da ich meinen GARUDA Flug am 24.03. nach Yogyakarta bekommen muss.

      Die Verkehrsanbindungen von und nach den Bandainseln sind wahrhaft immer noch sehr rar, gemessen an europäischen Maßstäben und der Anzahl der Besucher, die sich auf den kleinen Inseln tummeln.

      Ich nahm also sicherheitshalber das sogenannte Speedboat gestern Morgen um 9 Uhr. A ich am kleinen Hafen ankam, lag dort zu meiner Verwunderung das Kreuzfahrtschiff aus Australien, welches eigentlich laut Auskunft meines immer gut informierten Freundes Cinta auf Reede liegen sollte und die Passagiere mit kleinen Booten ausgeschifft und an Land gebracht werden sollten. Ich besorgte mir im kleinen Büro der Reederei das Ticket nach Ambon, stieg auf ein Motorrad und wurde zu einem entlegenen kleinen Anleger weit außerhalb des Dorfes am anderen Ende der Insel gefahren.

      Die Überfahrt nach Teluhe auf Ambon dauerte gefühlte Ewigkeiten, nach ca. 6 stündigen Reise und interessanten Gesprächen mit meinen mitreisenden Bandanesischen Passagieren auf Deck, liefen wir schließlich bei strömenden Regen in Teluhe ein.

      Doch gedanklich nochmals zurück nach Banda:

      Mein letzter Tag in Banda Neira verlief sehr ruhig und gemütlich. Nachdem das Pelni-ship ausgelaufen war, und ich noch etwas Schlaf der letzten Nacht nachgeholt hatte, machte ich mich auf zu einem langen Spaziergang um die gesamte Insel herum. Am gegenüberliegenden Ende der kleinen Insel Banda Neira, der Nachbarinsel Banda Besar zugewandt, traf ich auf ein junge Frau namens Yani, die mich in ihr Haus einlud. Dort war die gesamte Familie im Wohnzimmer auf dem Fußboden damit beschäftigt, Muskatnüsse aus ihrer Roten Schale zu befreien und nach alten (guten) und jungen (weniger guten) Nüssen zu sortieren und frachtfertig zu verpacken.

      In der gesamten Ansiedlung sind überall die Überreste der holländischen Kolonialherren zu entdecken. Teils stehen nur noch Mauerreste der Befestigungen und der alten kolonialen Villen, deren Steine und Mauern oftmals einfach in die neuen, von Bandanesen erbauten Häuser integriert wurden. Doch auch völlig von Dschungel überwucherte verlassene Überbleibsel der einst prächtigen Kolonialhäuser der Holländer stehen oft inmitten der verschiedenen, von den bandanesischen Einwohnern gegründeten Dörfern und Weihern.

      Bereits am Vortag zeigte mir mein neuer Freund Cinta das alte, bereits von portugiesischen Seefahrern erbaute Fort Nelson, von dem nur noch die äußeren Befestigungsmauern und Tore erhalten sind. danach erkletterten wir das hoch über der Insel gelegene, gut erhaltene, Holländische Fort Belgica, von den Niederländischen Soldaten und Besatzern ab dem Jahr 1609 erbaut.

      Da die Bandanesen nicht gewillt waren, sich den Holländern zu unterwerfen, und den lukrativen Handel mit Muskatnüssen, Kardamon, Nelken und anderen Gewürzen weiter auch mit den Arabern, den Chinesen und den Malaien unterhielten, wurden im 17. Jahrhundert 90% der Bewohner der Inseln von den Niederländern ermordet oder als Sklaven verschleppt. Die Niederländer "importierten" neue Arbeitssklaven von den andern Besitzungen wie Sulawesi, Kalimantan, Java, den Nordmolukken etc. Menschen mit verschiedenen Sprachen, Reliogionen und Kulturen. So entstand erst im Laufe der Jahrhunderte ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl der ethnisch bunt zusammengewürfelten neuen Bewohner des Banda-Archipels.

      Ich beendete meinen letzten Abend zusammen mit Cinta auf der Terrasse meines Guesthous mit dem unbeschreiblich schönen Blick auf die nun ruhig daliegende Lagune und den gegenüber ruhenden Gunung Api.

      Nach meiner Rückkehr von den Bandainseln wurde ich in Tulehu auf Ambon bei strömendem Regen von Mr. Michael in Empfang genommen, wir fuhren mit dem Taxi nach Kota Ambon und ich quartierte mich im Hotel Mutiara ein.

      Das Hotel ist schäbig, verwohnt und die Räume schmuddelig, die Möbel verfleckt, und der Preis ist für Indonesische Verhältnisse exorbitant teuer, übrigens auch für mich und mein Reisebudget! Aber es hat immerhin WLAN, damit ich euch mal wieder schreiben und meine Mails checken kann. Eigentlich wollte ich keine Minute in dieser Absteige bleiben, aber bei 36 Grad und brütender, feuchter Tropenhitze schleppte ich mich zu 5,6 weiteren Hotels, alle in pseudo-westlichem Stil der 60er und 70er, ebenfalls vergammelt, muffig und verwohnt, überteuert sowieso. So entschied ich mich, doch im Mutiara zu bleiben, und bekam sogar einen "Superior-Room" mit 10 Prozent Rabatt von Mr. Dave, dem super-freundlichen und charmanten Rezeptionisten zur Verfügung gestellt. Ebenfalls schäbig und heruntergekommen, aber mit zwei Sesseln, die ich nicht brauche, und auf die ich mich nur im Schutzanzug setzen würde, wenn ich sie denn vorher gründlich desinfiziert hätte.

      Hier wurde ich heute Nacht in meinem Zimmer auch zum ersten Mal so richtig von Moskitos zerstochen, ich hoffe nur, dass es keine Anopheles-Mücken waren, die die Malaria und das Dengue Fieber übertragen. In solch einem "schicken" Hotel dieser Preisklasse mit Aircondition hätte ich niemals vermutet von den kleinen Stechteufeln heimgesucht zu werden, deshalb hatte ich auch kein Mückenspray aufgelegt, welches richtig fies stinkt, auf der Haut brennt und bei mir am ganzen Körper Allergien verursacht ... Tja, drückt mir bitte die Daumen, dass es nur harmlose Moskitos waren ;-)

      Ambon an sich entspricht in etwa der obigen Beschreibung des Hotels, in dem ich wohne. Es ist eine heruntergekommene und verwahrloste Großstadt, die größte Ansiedlung der gesamten Molukken, Handels- und Verwaltungszentrum, dreckig, stinkend, gesichtslos und laut. Lichtblicke sind immer wieder einzelne Menschen, denen ich hier begegne, z.B. gestern die beiden Jungs vom Hafenzoll, selber Fremde hier, aus Bandung auf Java stammend. Ich traf sie in der Pizzeria und sie luden mich zu sich an den Tisch. Wir lästerten zu dritt über Ambon und hatten dabei viel Spaß und Ablenkung.
      Und vor allem der schon oben erwähnte, überaus charmante und eloquente Rezeptionist, Mr. Dave, der so reizend, hilfsbereit und zuvorkommend ist, dass ich alleine schon wegen ihm entschied, doch hierzubleiben. Er ist das strahlende Aushängeschild des ansonsten wirklich nicht erwähnenswerten Hotels in dieser nicht wirklich einladenden und hässlichen Stadt.

      Heute Morgen gelang es mir, im gleich benachbarten Garuda-Office meinen Flug von Ambon nach Yogyakarta kostenlos (!!!) auf morgen früh umbuchen zu lassen. Juhu!
      Ich habe mir erstmal eine Unterkunft in Borobodur, der weltweit größten erhaltenen Buddhistischen Tempelanlage, unweit von Yogyakarta besorgt. Das heißt auch, ich werde morgen die Molukken verlassen und zu meiner letzten Etappe aufbrechen, nach Java, dort im Speziellen Borobodur und Yogyakarta.

      Ich gehe jetzt auf die Suche nach einem Friseur, sehe mittlerweile aus wie der wilde Mann aus dem Wald. Wallender, graustichiger Bart und Hippiefrisur, das geht gar nicht! (Wie mir übrigens auch Mr. Dave bestätigte).

      Heute Nachmittag um 15h, nach Beendigung seiner Schicht, werde ich mit Mr. Dave eine kleine Spritztour unternehmen, an irgendeinen kleinen Strand, raus aus der stickigen Stadt, ich bin ihm sehr dankbar dafür :-)

      Selamt Pagi aus Ambon

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Von Ambon nach Banda und wieder zurück" geschrieben. 19.03.2015

      Hallo liebe Freunde, welcome to Ambon!

      Meine Reise geht abenteuerlich weiter: Ich habe hier in Ambon Mr. Michael, einen Bekannten von Lady Eithne getroffen. Im Guesthouse seiner Tante direkt an der Startbahn des Flughafens kann ich übernachten und mir den ganzen Tag startende und landende Flugzeuge anschauen. Für Mittwoch hat er mir einen Flug mit einem kleinen Propellerflugzeug nach Banda organisiert, die Rückfahrt mache ich dann Samstag mit dem Speedboat! Danach werde ich noch zwei Tage mit dem Motorroller die Insel entdecken, auf der Ambon liegt, und am 24. März geht es dann nach Yogyakarta, dem letzten Ziel meiner Reise...
      Ich habe richtig Glück und bin super guter Laune :-)

      Der Flug mit Sriwijaya Air quer über den Molukkenarchipel war schlichtweg grandios! Wir hatten bestes Wetter, unter uns lagen Hunderte kleiner und kleinster Inseln, dicht bewaldet mit tropischem Urwald, kaum bewohnt.

      Wir flogen mit einer uralten aber rüstigen Lady, einer Boeing 737-300, die ihre besten Tage wohl schon vor 30 Jahren gesehen hat... Von außen top, und mit gleichmäßig rund laufenden Triebwerken, und das ist schließlich das Wichtigste. Der Innenraum hat schon weit bessere Tage gesehen, die Toilette fällt bald auseinander, die Klobrille hing in Fetzen, aber hey, was solls, der Flug war supersanft und dauerte Gottseidank auch nur eine Stunde. Nun sitze ich im Airportrestaurant in Ambon, schlürfe einen Kaffee und harre der Dinge, die in Person von Mr. Michael auf mich zukommen werden. Ich bin sehr gespannt und zuversichtlich. Und ich weiß leider nicht, wann ich das nächstes Mal ins Internet komme, also bitte etwas Geduld ihr Lieben

      Bye for now!

      Später, Ambon: Nun ist es doch passiert, habe mit den Jungs vor der Tür des Guesthouses Volleyball gespielt und bin mit meinen Flip Flops so dumm auf dem Boden aufgekommen, dass ich mich böse verletzt habe. Die Kuppe des großen Zehs an meinem operierten Fuß ist durch den Sturz aufgeplatzt und blutet stark. Die Mutter von Michael hatte einen Notfallkoffer und ich noch mein Wundspray, so haben wir mich erstmal notdürftig verarztet. Auf einmal waren ganz viele Frauen um mich herum, das hat sich wohl schnell herumgesprochen. Mal schauen, wie das ganze Morgen aussieht, es scheint, als ob es genäht werden müsste. Das Guesthouse ist eher eine Bretterbude, ein Neuntel vom Preis der Villa in Ternate, aber auch ein Neuntel des Komforts. Es reicht trotzdem völlig. Das Guesthouse wird von Mrs. Emma, der Tante von Michael geführt, die Kommunikation ist etwas aufwändiger, da sie kein Wort Englisch und ich kein Wort Bahasa Indonesia spreche. Ein absolutes Highlight des Verschlages ist für mich die Lage direkt an den Runways des Airports. So konnte ich die gesamte Zeit Flugzeuge aus nächster Nähe beim Starten beobachten und mit dem Fotoapparat ablichten.

      Morgens war ich im kleinen Hospital des Nachbardorfes zur Wundversorgung. Der Zeh sieht zwar ziemlich eklig aus, trotzdem muss nichts genäht werden. Man hat nochmals alles sorgfältig desinfiziert und verbunden, nun fühle ich mich wieder etwas beruhigter und sicher.

      So habe ich mir anschließend wieder ein Motorbike ausgeliehen, um damit eine Spritztour um Leitihu zu machen, der größeren der beiden Inseln, aus denen Pulau Ambon besteht. Kota Ambon ist die mit Abstand größte Stadt der Molukken, im Zentrum des gesamten Archipels gelegen. Sie liegt auf dem zweiten, kleineren Teil von Pulau Ambon, auf Leitimur. Diese beiden Inseln sind durch eine schmale Landzunge miteinander verbunden.



      Unterwegs auf Ambon, nach Schulschluss...

      Die Straße stellte sich im Laufe der Fahrt als teilweise durchaus abenteuerlich heraus, auf bestimmten Abschnitten besteht sie teilweise nur noch aus tiefen Kratern, um die man herumbalancieren muss. Dann gibt es plötzlich eine Brücke mit lediglich drei nebeneinander gezimmerten Holzbalken, auf denen ich dann mit dem Bike versuchte, nicht das Gleichgewicht zu verlieren, ich kann euch erzählen, gar nicht so einfach ;-).



      Brücke auf Ambon

      Die ersten Dörfer, die ich passierte waren noch christliche Gemeinschaften, es waren Hunderte von Holzkreuzen entlang der Straße aufgestellt, geschmückt mit bunten Bändern, in Vorankündigung des nahenden Osterfestes. Nach ca. 20 Kilometern begann der muslimische Teil der Küste, winzig kleine Dörfer mit einer zentralen Moschee, verhüllten Frauen, Männern mit langen Kaftanen und Gebetsmützen, in so kurzer Distanz zwei Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

      1998-99 brachen in Ambon vordergründig religiös motivierte Unruhen aus: Die muslimische Mittelschicht fühlte sich ausgegrenzt von lukrativen Jobs in der Verwaltung und dem Handel. Es kam zu Straßenschlachten und ethnischen Säuberungen. Ausgehend von Ambon weiteten sich die Unruhen rasch über den gesamten Maluku-Archipel aus, Ternate, Kei -Inseln, Banda, alle Regionen wurden in Mitleidenschaft gezogen, zehntausende von Menschen starben, Kirchen und Dörfer wurden niedergebrannt, die Mehrheit der Christen floh in andere Gebiete wie z.B. nach Nordsulawesi, wo Christen traditionell in der Mehrheit sind.

      Aber es traf auch die Chinesische Minderheit, meistens Handeltreibende und Geschäftsleute. So geschehen auch auf Banda. Dort gab es in Bandaneira einst ein eigenes kleines Chinesenviertel, einen Tempel und einen eigenen Friedhof. All dies existiert heute nicht mehr.

      Zurück zu meiner Spritztour rund um Leitihu. Ich legte ca. 100 km an der Westküste der Insel zurück, quer durch Dschungel, pittoreske kleine Weiher und Dörfer. In fast jeder der kleinen Ansiedlungen werden sämtliche Gewürze, Nelken, Kräuter, aber auch frischgewaschene Wäsche zum Trocknen auf Planen auf der Straße ausgebreitet. Kein Problem bei dem wenigen Verkehr, der hier herrscht. In den etwas größeren Ansiedlungen sah ich noch viele Fahrrad-Rikschas als Taxis, die in anderen Regionen Indonesiens so gut wie verschwunden sind. Das Innere von Leitihu ist bergig, komplett von Dschungel bedeckt und gänzlich unbewohnt, abgesehen von einer Stichstraße, die vom Nordwesten über einen Bergkamm hinweg auf die andere Seite der Insel führt, von dort ich wieder zurück zum Flughafen von Ambon zurückkehrte. Nach einem langen und anstrengenden Tag auf dem Bike, völlig verdreckt, k.o. und sonnenverbrannt, aber voller herrlicher Eindrücke, beendete ich den Tag beim Zuschauen des Volleyballspiels ohne mich selber ins Getümmel zu schmeißen mit einem kühlen Bier auf der Terrasse von Emmas Guesthouse.

      Am sehr frühen Morgen brachte mich der junge Mann, der mir sein Motorbike ausgeliehen hatte, mit demselben zum nahegelegenen Airport Terminal. Meine Maschine ist eine einmotorige Cessna Caravan mit Platz für neun Passagiere und ein wenig Gepäck, was pro Passagier auf 10 Kilogramm beschränkt ist. Der bezaubernde Name der kleinen Fluglinie lautet "SUSI AIR". Mit diesen einmotorigen Passagierflugzeugen ist Susi Air hauptsächlich auf Papua unterwegs, fliegt aber auch zweimal in der Woche auf entlegenen Inselchen, wie z.B. Banda.

      Das Handling und der Erwerb der Tickets sind für Europäer ziemlich ungewohnt. Flüge von Ambon nach Banda kann man nur telefonisch in Ambon buchen oder direkt am Flughafen kaufen. Den Rückflug von Banda nach Ambon kann man wiederum nur auf Banda buchen, und zwar nur in einer kleinen Hütte direkt an der Landebahn, die als Terminal dient. Dort sitzt eine ältere, komplett verhüllte und ziemlich herrische Lady mit ihrem Ringbuch an einem einsamen Holztisch und trägt dich, wenn du Glück hast, in das kleine Büchlein für den jeweilig gewünschten Flug ein und stellt dir gleich das dazugehörige Papierticket aus. Mein Gott, wie lange hatte ich schon kein echtes Papierticket mehr in der Hand hatte, eigenhändig ausgestellt in einer völlig unleserlichen Handschrift. Es reicht als Passagiername nur der Vorname, der Rest ist hier eh völlig unwichtig.

      Leider ist mein Flug zurück nach Ambon schon ausgebucht. Dass ich jetzt auf einer Warteliste stehe, habe ich alleine einem hilfsbereiten jungen Mann namens Cinta zu verdanken, der Dorfschullehrer für Englisch hier auf der Insel ist, und unüberseh- und hörbar der ziemlich alleinige Vertreter der weltweiten Gay-Community hier auf den winzigen Banda-Inseln. Später mehr zu ihm.

      Eigentlich wollte ich niemals mehr ein einmotoriges Flugzeug betreten, geschweige denn damit fliegen. Nun hatte ich keine Wahl als mich voller Zuversicht den beiden offensichtlich erfahrenen Piloten der kleinen Cessna anzuvertrauen. Der Flug verlief gänzlich ruhig, entspannt und komfortabel.



      Flug von Ambon nach Banda, Blick ins Cockpit

      Wir hatten wunderbares, klares Wetter, legten am frühen Morgen um 7 Uhr einen Bilderbuchstart hin, flogen über den westlich von Ambon gelegenen Archipel der Saparua Inseln und ich hatte durch die riesigen Kabinenfenster einen grandiosen Ausblick auf die Landschaft und die Inselchen unter uns.



      Landeanflug auf Banda

      Nach ca. einer Stunde begann der Landeanflug auf Banda Neira und die Landung war wiederum spektakulär: Wir drehten in der schmalen Lagune zwischen Banda Neira und der gegenüberliegenden Vulkaninsel Gunung Api auf den Landeanflug ein, und setzten schließlich butterweich auf dem kurzen Airstrip hinter dem Dorf Banda auf.


      Ankunft auf dem Flughafen von Banda

      Nach einer kurzen Fahrt mit dem Motorrad ins Dorf stellte sich heraus, dass die Reservierung, die Mr. Michael von Banda aus für mich getätigt hatte, schief gelaufen war, denn die Räume waren inzwischen anderweitig vergeben. Ich fand schließlich ein Zimmer in einem anderen Guesthouse – und das war ein Traum mit eigener Terrasse und grandiosen Ausblick auf das kleine Dorf, die umtriebige Anlegestelle, die Lagune und den gegenüberliegenden Vulkan Gunung Api!


      Blick aus meinem Zimmer

      Von der Anlegestelle aus fahren andauernd kleine und kleinste Boote mit einer Handvoll Passagiere und Waren an Bord zu den in der Umgebung liegenden Inseln des Archipels. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, frisch gefangene Fische werden verkauft, Bananen und andere Früchte werden ab- und aufgeladen. Begleitet wird die Szenerie vom Knattern der alten Dieselmotoren dieser Kähne oder der Außenbordmotoren der kleineren und schmaleren Bootstaxis.


      Abendliches Markttreiben am Hafen

      Direkt am Hafen steht ein wildes Durcheinander von kleinen Bretterbuden mit Verkaufsständen für alle Dinge des Lebens. In den winzigen überdachten Gässchen scharren frei herumstreunende Hühner und watscheln Enten, zweirädrige Schubkarrentransporter werden durchs Gedränge bugsiert und auf Hockern oder Bänken im Schatten sitzen oder liegen Verkäufer. Allenthalben wird ein kleines Schwätzchen gehalten, überall bearbeiten Menschen Früchte oder Gemüse oder entschuppen die frisch gefangenen Fische.

      Banda scheint noch völlig aus der Zeit gefallen zu sein. Es ist ein winziges Kleinod, eine Inselgruppe mitten im Ozean, weitab von jeder größeren Insel, das bis zum heutigen Tag in einem Dornröschenschlaf lag, aus dem es langsam aber stetig und unwiderruflich aufgeweckt wird. Banda Neira und die umliegenden Inseln sind noch ein Geheimtipp unter Tauchern, Schnorchlern und Abenteuerreisenden, jedoch haben in den letzten Jahren schon ein gutes Dutzend Guesthouses aufgemacht und es werden ständig mehr. Auch die Anreise wird immer weniger beschwerlich, seitdem vor drei Monaten eine zweimal wöchentlich verkehrende Speedboatverbindung nach Tulehu auf Ambon eröffnet wurde. Dazu kommt die ebenfalls zweimal wöchentlich verkehrende Flugverbindung nach Ambon mit Susi Air. Das staatliche "Pelni-ship" verbindet einmal im Monat Banda mit Sulawesi, und einmal monatlich mit den Kei- und den Aru-Inseln und weiter bis nach Papua. Noch werden alle Waren mit den großen Pelni-Schiff hierher transportiert.

      Gelegentlich verkehren Frachter nach Ambon und den Kei Inseln. Das Ticket für den Personentransport mit den Speedboats erwirbt man direkt am Schiff, wie auch das Ticket für den Flieger. Man trägt sich dort, wie bereits oben erwähnt, einfach in das kleine Buch der eisernen Lady am Flugplatz ein. Den Transport zu den Nachbarinseln des Archipels erfolgt mit den kleinen Kähnen, wenn einer voll ist, wird abgelegt.

      Alle zwei Monate kommt hier sogar ein Kreuzfahrtschiff aus Australien herauf, dann werden am Pier traditionelle Tänze aufgeführt.

      Mir ist hier aufgefallen, dass die Menschen hier bei weitem nicht mehr so herzlich und offen sind, wie ich es auf Sulawesi oder auf den Nordmolukken erlebt habe. Vielleicht ist es ihre Mentalität, vielleicht auch ihr schon intensiverer Kontakt mit den Backpacker -Travellern, ich weiß es nicht genau. Die Menschen gehen wortlos an einem vorbei, selten hört man ein "Hallo" oder bekommt ein Lächeln. Manchmal glaube ich, sogar eher Misstrauen oder Ablehnung in ihren Gesichtern zu sehen, mag sein, dass die Menge der Individualtouristen hier schon einiges verdorben hat. Anyway, die Entwicklung wird auf jeden Fall in Richtung Tourismus gehen, das wird nicht mehr aufzuhalten sein. Wie schön, dass ich die Inseln noch jetzt, in diesem noch halbwegs unschuldigen Zustand erleben durfte.

      Gestern Abend lernte ich Cinta kennen, Dorfschullehrer, Betreiber eines kleinen Telefonshops, der eigentlich immer geschlossen ist, und bekannt wie ein bunter Hund unter den Einheimischen wie auch den Touristen. Er ist freundlich, fröhlich, wirkt in seiner Ausstrahlung eher feminin und benimmt sich ein bisschen wie ein „Botschafter“ der Bandainseln. Er trägt meist ein T-Shirt mit dem Aufdruck "a fish called Banda" angelehnt an den wohl bekannten Film "A fish called Wanda"... Er weiß alles, was die Inseln anbelangt und kennt hier jeden. Mit ihm erkundigte ich heute den Ort.

      Banda hat eine wechselhafte und teilweise leidvolle Geschichte hinter sich. Einst das Zentrum des Muskatnussanbaus, war es einer der wichtigsten Handelsstützpunkte der Holländer und permanenter Zankapfel zwischen ihnen, den Engländern und den Portugiesen. Die Portugiesen errichteten hier ein großes Fort, das anschließend die Engländer und später die Holländer übernahmen. Es ist heute noch vollständig erhalten. In den schlimmsten Zeiten der Inseln fanden Massaker an den Ältesten der Dörfer statt, angeblich wegen Konspiration. 90 Prozent der Inselbevölkerung wurden versklavt oder umgebracht. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum die Menschen hier bis zum heutigen Tag den Weißen mit großer Distanz begegnen.

      An jeder Ecke kann man noch die architektonischen Hinterlassenschaften der Holländer entdecken, teils sind es nur noch Ruinen oder einsam stehende alte Mauern, teilweise renovierte wunderschöne Häuser.

      Ich weiß noch immer nicht, wann und wie ich die Inseln wieder verlassen werde. Entweder mit dem Speedboat am Samstag oder mit Susi Air, auf deren Warteliste ich stehe, am Montag. Ich favourisiere auf jeden Fall die zweite Variante, ich habe keine große Lust, noch drei Nächte in Ambon zu verbringen.

      Ich hoffe, dass ich heute Abend bei Mr. Cinta zu Hause diese Mail an euch verschicken kann, hier gibt es sonst nirgends Internet, geschweige denn WiFi. Auch in dieser Hinsicht herrschen hier noch andere Zeiten, aber dies wird sich wahrscheinlich auch rasch ändern, schätze ich.

      Wenn euch diese Mail erreicht und ihr sie lesen könnt, hat es hoffentlich geklappt, ansonsten denke ich, dass ich meinen Bericht erst wieder in Yogyakarta loswerde...

      Seid für heute alle herzlich gegrüßt von meinem kleinen Stückchen Paradies.
      Selamat Malam


      P.S.: Gerade wird neben meinem Guesthouse Plastikmüll verbrannt und der Geruch des Qualms, der durchs Fenster weht, steigt mir unangenehm in die Nase. Und heute bin ich durch die Lagune zur gegenüber liegenden Insel Gunung Api geschwommen und musste einige Male irgendwelchen Colabüchsen und Plastikflaschen aus dem Weg schwimmen. Der Meeresboden ist übersät mit Abfall und Unrat, auch das ist wohl ein Zeichen der "neuen" Zeit hier auf den Bandainseln... Tja, das "Paradies" hat auch schon einige sichtbare Schattenseiten, und der wachsende Müll, sowohl von den Einheimischen wie auch der der Touristen, muss ja schließlich irgendwo "entsorgt" werden. Eigentlich sehr schade und traurig...

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Abschied von Ternate" geschrieben. 16.03.2015

      Selamat Padi und guten Morgen Ihr Lieben :-)

      Heute verlasse ich diese wunderschöne Insel und die Villa Ma´Rasai. Nicht ganz freiwillig um ehrlich zu sein. Als Lady Eithne hier eintraf, kam sie geradewegs von den Bandainseln, ein winziger Archipel der SüdMolukken in der Südbanda-See nahe Australien. Sie war so begeistert von der Abgeschiedenheit dieser Eilande, von der Kultur und der Naturschönheit und Geschichte dieses abgelegenen Archipels, dass ich sofort Feuer und Flamme war. Sie hatte ein Buch eines Schweizer Autors mit im Gepäck, der ein halbes Jahr dort lebte und Menschen für sein Buch interwiewte, und nun nach Drucklegung eine ganze Kiste dieser Bücher zu den Einwohnern der Inseln brachte. Ein sehr empfehlenswertes Kleinod, wer Interesse hat, möge sich bei mir melden, ich kann dann Titel und Verlag gerne durchgeben.

      Anyway, laut Lady Eithne verkehrt seit neuestem täglich ein Speedboat zwischen Ambon, der Hautstadt der Zentral-Molukken und den Bandainseln. So buchte ich einen Flug mit Sriwijaya Air von Ternate nach Ambon. Ich machte per Internet eine Reservierung, danach musste Mister Hasrun in der Nacht zu einem bestimmten Geldautomaten düsen, um das Geld für den Flug einzubezahlen, wir hatten genau eine Stunde Zeit hierfür :-( Am nächsten Tag kontaktierte Hasrun die Speedboat-Company, und leider stellte sich die Info von Eithne als Humbug heraus. Das nächste Boot verkehrt erst wieder Samstag zu den Banda Inseln! Nun sitze ich da, mit einem Flug nach Ambon, wo ich gar nicht hinwollte und einem Weiterflug von Ambon nach Yogyakarta in einer Woche, alles ungebucht und in trockenen Tüchern. Nun Ja, jetzt entdecke ich eben noch die Zentralmolukken, wir werden sehen, wohin es mich verschlägt, ich werde von einem indonesischen Freund von Lady Eithne am Flughafen erstmal in Empfang genommen und kann die erste Nacht bei seiner Tante nahe des Airports übernachten :-)

      Wer mich kennt, weiß, dass ich manchmal ein wenig voreilig bin, wenn ich von etwas begeistert werde. Das hat sich mal wieder als war herausgestellt ;-)

      Der gestrige Tag war herrlich, ein Sonntag, und auch hier auf Ternate wird der Sonntag genutzt um mit der Familie ins Grüne zu fahren. Gerne an den Strand, aber nicht ins Wasser – denn fast keiner der Ternatesen kann schwimmen(!)

      Ich machte mich zu einem Kratersee am Fusse des Gamalema Vulkans auf, dem Tolire-Besar, tiefgrün inmitten von Dschungel, ein beliebtes Ziel für Familien oben am Kraterrand ein Picknick zu veranstalten. Ich traf dort auf eine Gruppe Männer aus Java, die hier auf Ternate auf den Bau arbeiten, sie spielten Gitarre, genossen Eis und Kaffee, und ich gesellte mich dazu. Sehr herzlich wie immer wurde ich zu einer Tasse frisch gebrühten Kaffees eingeladen und wir erledigten die inzwischen zum Ritual gewordene Fotosession ganz nebenbei. Die Menschen hier lieben es, Fotos zu machen und fotografiert zu werden.

      Das erleichtert es für mich sehr, da ich eigentlich ein ziemlich zurückhaltender und schüchternenr Mensch bin, speziell wenn ich Leute fragen muss, ob ich ein Foto von ihnen machen darf. Diese Menschen hier fordern dich meist als erstes dazu auf. So auch, als ich mittags auf dem Rückweg einen Stopp am alten Portugiesischen Fort einlegte, und mich prompt eine Familie, die dort Ihren Sonntagsausflug verbrachte, bat, Fotos von ihnen und ihrerseits welche mir machen zu dürfen. So einfach geht das also hier :-)

      Nachmittags war ich mit der Gruppe Studenten verabredet, die ich gestern auf der Fähre von Tidore nach Ternate kennengelernt hatte. Sie kamen alle zur Villa, es wurden immer mehr. Am Schluss waren wir zu neunt und die arme Hajar verzweifelte schier, da sie immer neuen Limejuice mit Eis servieren musste. Wir saßen alle auf dem Fußboden der Terrasse und die Kommunikation klappte prächtig! Jeder sprach ein bisschen Englisch und den Rest improvisierten wir eben :-) Danach ging es mit 6 Motorrädern um die Insel, das war eine Riesengaudi !!!


      Meine "Motorradgang" auf Ternate

      Ich kam mir vor wie ein Mitglied einer Motorrad-Gang, überall wurden wir lachend begrüßt, und wo auch immer wir anhielten wurde erst einmal ausgiebig fotografiert ! So auch am Batu Angus, einem Park, inmitten von riesigen Lavabrocken, die der Gamalema bei diversen Eruptionen ausgespuckt hatte.


      Im Batu Angus Landschaftspark auf Ternate

      Abends ging es nach Hause zu Rinih, einer der Studentinnen. Dort wurden wir von ihrer Mutter liebevoll mit Ternate Porridge und einer köstlichen Suppe verköstigt... Doch dann galt es Abschied zu nehmen, draußen war eschon dunkel und ich musste noch den langen Heimweg per Motorbike antraten, quer durch Ternate City mit seinem chaotischen Verkehr ganz ohne jegliche Regeln und mit tausenden von anderer knatternder Motorrädern, zum großen Teil unbeleuchtet. War das ein Spaß ;-)

      Irgendwann und irgendwie kam ich zu Hause an. Es war gar nicht einfach, ohne jegliches Straßenschild den Weg zu finden.

      So eine lieben Freunde, nun frühstücke ich erstmal. Es gibt köstlichen Avokadosalat, frittierte Bananen und Papayajuice.

      Ich melde mich von Ambon oder irgendwo, wo es mich hin verschlägt, wieder, sofern es dort wiFi gibt. Das ist hier wahrlich keine Selbstverständlichkeit, auch hier auf Ternate ist das Signal, wenn es dann mal aktiv ist, sehr schwach und die Verbindung bricht leider ständig wieder zusammen...

      Machts gut, bis bald, bye bye :-)

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Ausflug von Ternate auf die Nachbarinsel Tidore" geschrieben. 15.03.2015

      Guten Morgen meine lieben mich im Geiste und Gedanken begleitenden Freunde!

      Gestern hatte ich den wohl aufregendsten und spektakulärsten Tag meiner bisherigen Reise. Ich habe auf einer Hochzeit gesungen! Aber dazu später. Ich beginne am besten von vorne:

      Gemeinsam mit Lady Eithne, oder einfacher "Edna" und Antho - dem Schwager von Hasrun, dem Besizter der Villa Ma‘Rasai machten wir uns auf nach Tidore, der Nachbarinsel und dem gleichnamigen Sultanat, in Sichtweite von Ternate gelegen.


      Blick auf Tidore von Ternate aus

      Am geschäftigen Hafen wurden unsere Motorroller auf kleine Holzboote geladen, wir nahmen ebenfalls an Deck Platz. Es gibt noch eine winzige stickige Kajüte unter Deck, aber wir wollten uns den Wind um die Nase wehen lassen, eine willkommene Abwechslung zum heißen und feuchten Klima hier.


      Ankunft auf der Insel Tidore

      Nach eine kurzen Überfahrt landeten wir in Rum, dem kleinen Anleger von Tidore. Wir starteten unsere Inselumrundung, passierten zwei Dörfer und nahmen dann einen schmalen Weg zwischen den beiden dominierenden Vulkanen Tidores. Dieser führte uns durch hübsch herausgeputzte Dörfer mit bunten Häusern und akkurat angelegten tropischen Vorgärten. Der Weg ging so steil bergauf, dass Edna teilweise zu Fuß laufen musste, weil Anthos Bike für zwei Leute zu schwach motorisiert war.


      Colours of Tidore

      Bei einer Rast mit Zigarettenpause kam ein alter Mann aus dem Gebüsch und setzte sich neben mich. Ich bot ihm eine Zigarette an und wir verständigten uns mit Händen und Füssen so gut es ging. Als Edna und Antho schließlich eintrudelten saßen wir zu viert auf der Straße und Antho versuchte sich ebenfalls mit dem Mann zu unterhalten. Das war schwierig, denn obwohl sie von benachbarten Inseln stammten, sprechen beide völlig unterschiedliche Sprachen.


      Tidore - Begegnung am Straßenrand

      Nach dem netten Päuschen setzten wir unseren Trip in Richtung Soasio fort, der Hauptstadt Tidores. Dort ebenfalls überall adrette und hübsche Häuser, breite Straßen ohne eine Menschenseele. Nur ab und zu eine Motor-Rikscha, kaum ein Auto weit und breit...

      Als wir das Städtchen schon halb durchquert hatten, gerieten wir in eine große Gruppe festlich gekleideter Menschen, mitten auf der Straße war ein Festzelt aufgebaut, ausgekleidet mit Seiden- und Batiktüchern. Uns wurde schnell klar, dass wir in eine Hochzeitsgesellschaft geraten waren. Vorsichtig und respektvoll (Lady Eithne wie immer eher weniger respektvoll) näherten wir uns dem Hauptzelt. Auf einer Bühne stand das Brautpaar, links und rechts flankiert von den jeweiligen Brauteltern, inmitten von Gratulaten. Alle waren in prächtiger Festkleidung aus Seide und Brokat...

      Stimmung und Eindrücke sind schwer zu beschreiben, aber hier findet ihr Bilder: https://www.aerticket.de/ueber-uns/aertr...ter-indonesiens

      Zunächst näherten wir uns vorsichtig der Bühne von der Seite, um ein paar Fotos zu machen. Bald kamen zwei junge Mädchen auf uns zu und fragten uns in perfektem Englisch, ob wir etwas mitessen wollten. Ehe wir uns versahen waren wir mittendrin in der Hochzeitsgesellschaft, wurden freundlich von den Gästen bewirtet und später dazu aufgefordert, auf der Bühne dem Brautpaar und dessen Eltern zu gratulieren. Wir schämten uns ziemlich unseres schäbigen Aufzugs, durchgeschwitzt und verklebt in Shorts und T-Shirt. Aber die Hochzeitsgesellschaft bestand darauf.


      Tidore - Hochzeitsgesellschaft mit AER Traveller

      Eines der Mädchen schrieb uns eine SMS, denn wegen der heftigen Lautstärke der Band, die permanent Musik machte, konnte man sich sonst kaum verständigen. Sie schreib, dass alle sich durch unseren Besuch geehrt fühlen und das Brautpaar sich wünscht, dass wir eine schöne Zeit mit Ihnen haben und sie hoffen, dass uns die angebotenen Gerichte munden. Und ehe wir uns versahen, befanden wir uns mit der Brautgesellschaft auf der Bühne, brachten unsere Glückwünsche dar und wurden von allen Seiten fotografiert. Ich fühle mich gleichzeitig geehrt und beschämt ob der generösen und überwältigenden Gastfreundschaft der Menschen.

      Der Aufforderung, dem Brautpaar auf der Musikbühne noch ein musikalisches Ständchen zu bringen, konnte ich mich anfangs erfolgreich widersetzen. Als wir bereits fertig waren zur Weiterfahrt, ich schon meinen Motorradhelm aufhatte, hörte ich und sah die beiden vorher erwähnten Mädchen auf der Bühne "someone like you " von Adele singend zum besten zu geben. Ich kehrte mitsamt Helm zur Bühne zurück und ehe ich mich wehren konnte, stand ich mit den beiden auf der Bühne und trällerte gemeinsam "someone like you" ins Mikrofon, immer noch mit dem Helm auf dem Kopf, da ich den verdammten Verschluss nicht aufbekam :-( Irgendein Gast sprang dann schließlich auf die Bühne, erlöste mich von dem Helm und ich krächzte völlig aufgelöst und nervös einige Töne ins Mikro, vor mir ein Blitzgewitter der Kameras...

      Die Menge jubelte und ich wurde zu einer Zugabe aufgefordert. Nun trat ich aber ganz entschieden den Rückzug an, fast einem Herzinfarkt nahe vor lauter Aufregung. Die Leute bedankten und verbeugten sich vor mir, ich tat das selbe und finally setzten wir unseren Weg auf den Motorbikes fort...


      Mangroven an der Küste von Tidore

      Dieses Erlebnis wirkte noch den ganzen gestrigen und auch den heutigen Tag nach und wird mir mein gesamtes Leben in Erinnerung bleiben. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit dieser Menschen ist schlichtweg überwältigend und atemberaubend!

      Der Rest des Tages ist schnell erzählt, wir setzten unseren Weg um die Insel herum fort, hatten noch einige sehr berührende Begegnungen mit den Menschen in den Dörfern, besuchten noch eine heiße Quelle am Strand einer Ansiedlung, bis wir aufs Neue von RUM aus unseren Heimweg auf einem der winzigen Holzboote mitsamt unseren Motorrädern an Deck antraten. Auf dem Boot lernte ich noch eine Gruppe von Studenten von der Uni in Ternate kennen, die mich heute besuchen kommen, um mir noch mehr von Ternate und ihrem Zuhause zu zeigen. Ich bin schon sehr gespannt.

      Gleich mache ich mich nochmal mit dem Bike zu einer Lagune im Norden der Insel auf, und melde mich heute Abend oder morgen von Ambon wieder.

      Mit meiner Planung zu den Banda Inseln ist einiges gründlich daneben gelaufen, werde jetzt morgen nach Ambon fliegen müssen, ohne zu wissen, wie es von dort aus weitergeht, da sich die Weiterreise nach Banda aufgrund der fehlenden Bootsverbindungen, wie sich gestern herausstellte, komplett zerschlagen hat. Aber davon später mehr. Ich starte nun erstmal in meinen Tag!

      Selamat Padi :-)

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Einmal rund um die Insel Ternate und einmal tief in die Vergangenheit" geschrieben. 13.03.2015

      Ihr Lieben zu Hause Selamat Malam !

      dies ist nun schon mein dritter Tag hier in Kota Ternate, Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht, seitdem ich Berlin verlassen habe...

      Ich habe es heute sehr ruhig angehen lassen, bin "zu Hause" geblieben und habe meine Unterkunft in vollen Zügen genossen. Das Haus heißt Villa Ma‘Rasai, ist ein wunderschön dekoriertes Gebäude aus der Zeit der Holländischen Kolonialtage hier auf den "Gewürzinseln". Es ist gerade 18 Uhr und ringsum beginnen die Muezzine zum Gebet zu rufen. Ich höre gerade bestimmt sechs verschiedene Muezzine, und trotzdem scheinen die Moscheen einigermaßen leer zu sein, wie ich von Mr. Hasrun, dem Besitzer meiner Unterkunft hörte. Die Menschen auf den Molukken scheinen es mit der Einhaltung der Gebetszeiten nicht allzu streng zu nehmen.

      Gerade sitze ich im Garten der Vila Ma‘Rasai und nutze den Moment, in dem das WiFi mal kurze Zeit funktioniert, die meiste Zeit versuche ich vergebens, online zu kommen, ein echt sehr schwieriges Unterfangen hier.

      Gestern lieh ich mir ein Motorrad von Mr. Hasrun, um auf eigene Faust die Insel zu umrunden. Ich wollte zunächst in groben Zügen einen Überblick über die Insel bekommen. An der Nordspitze der Insel machte ich Rast, um an einem Lavabeach etwas zu trinken. Nachdem mich eine Frau fragte, ob sie ein gemeinsames Foto mit mir machen könne waren wir plötzlich von einer ganzen Schar von Menschen umringt, die alle Fotos mit mir machen wollten. Wir hatten etwa vier Kameras in Betrieb, jeder wollte mal in einer anderen Konstellation mit auf das Foto, so dauerte es eine ganze Weile, bis wir die Session beendeten und wir uns verabschiedeten. Ich bin immer wieder aufs Neue überwältigt von der Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen hier, wie schon zuvor auf Sulawesi.




      Einige der freundlichen Menschen vor der Kamera

      Nach der Umrundung der Insel landete ich wieder in der Hauptstadt Kota Ternate. Hier herrscht stets ein hektischer Verkehr, tausende Motorbikes und Minibusse, die als Haupttransportmittel genutzt werden.

      Ich habe inzwischen alle Scheu vor dem Verkehr hier verloren, es wird nicht aggressiv aber forsch gefahren. Manchmal passiert es, dass sich ein Motorrad hauteng an dir vorbeischlängelt, ich wohl etwas irritiert schaue, und der Fahrer sich dann lächelnd zu mir umdreht und alles ist wieder geritzt ;-)

      Hier gibt es auch ein ziemlich großes Shoppingcenter. Dort fand ich einen Fotoladen, der tatsächlich die gleiche Batterie in einem der ausgestellten Kameras hatte, wie auch ich sie in meiner kaputten Kamera nutzte. Wir probierten aus und siehe da: Sie funktioniert wieder (juhu!).

      Für den unglaublich stolzen Preis von 30 Euro wechselte die Batterie den Besitzer, und ich bin dankbar, dass ich die Kamera wieder nutzen kann.

      Kota Ternate ist keine wirklich schöne Stadt sondern eben eben einfach das Geschäfts- und Verwaltungszentrum der Nordmolukken. Und trotzdem ist die Atmosphäre hier sehr angenehm und relaxed und die Aussicht vom Hafen auf den Vulkan der gegenüberliegenden Insel Tidore ist überwältigend. Tidore war in vorkolonialen Zeiten ebenfalls ein unabhängiges Sultanat wie Ternate und wird heute wieder von einem Sultan regiert. Die beiden Sultanate lebten in ständiger Rivalität um die Vorherrschaft über die Nordmolukken und den Handel mit den Gewürzen, irgendwann zu kolonialen Zeiten machte Ternate das Rennen und Tidore verfiel in einen Dornröschenschlaf, von dem es bis heute nicht wieder aufgewacht zu sein scheint Morgen werde ich mit meinem Bike auf diese Nachbarinsel übersetzen und Tidore auf eigenen Faust erkunden, ich bin schon sehr gespannt !

      Inzwischen hat sich eine ältere Dame aus Irland bei mir im Guesthouse einquartiert. Eithne ist eine energiegeladene, reizende Lady, ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Sie zählt 74 Lenze und bereist schon seit einigen Jahren jedes Mal einen anderen Teil Indonesiens. Gestern kam sie aus dem indonesischen Teil von Papua Neuguinea hier an. Morgen werden wir gemeinsam auf dem Bike nach Tidore aufbrechen.

      Ein weiterer interessanter Nachbar ist ein älterer Herr aus den USA. Er ist Sprachwissenschaftler und hat lange in einem kleinen Dorf im Landesinneren von Halmahera, der großen Nachbarinsel von Ternate, gelebt und die verschiedenen Sprachen der dort lebenden Völker studiert. Er erzählte mir auch einiges über die jüngere Geschichte der Nordmolluken. Hier kam es in den 90iger Jahren zu heftigen Unruhen zwischen Christen und Moslems, der in einem Bürgerkrieg mit vielen Toten, Vertreibung und Zwangsumsiedlungen mündete. Es war sehr interessant, einmal aus erster Hand über die Hintergründe der damaligen Ereignisse informiert zu werden.

      Lady Eithne erzählte von den winzigen Bandainseln, die auf halbem Weg zwischen Ambon in den Nordmolukken und der Nordküste Australiens liegen. Einst ein wichtiges Handelszentrum der Holländer für Muskatnuss und Nelken, geriet dieser kleine Archipel in den letzten Jahrhunderten in Vergessenheit, bis sich seit Beendigung der Unruhen auf den Molukken zu Beginn dieses Jahrhunderts zaghaft der Tourismus zu etablieren scheint. Zunächst wegen der Tauchgebiete, mittlerweile immer mehr auch für geschichtsinteressierte Menschen. Eithne berichtete mir, dass sie dankbar sei, jetzt noch auf den Inseln zu Gast gewesen zu sein, da sich der Archipel immer mehr zu einem Hotspot der Traveller weltweit entwickele....

      Tja, das ließ ich mir nicht zweimal sagen, auch ich will diese Inseln gesehen haben, bevor sie eventuell erst von Travellern und dann vom Pauschaltourismus entdeckt und überrannt werden.

      Also bin ich momentan am Organisieren, wie ich von Ternate nach Banda komme. Ein nicht einfaches Unterfangen, angesichts des immer wieder aussetzenden Internets. Immerhin habe ich schon einen Flug mit "Sriwijaya Air" von Ternate nach Ambon organisieren können. Man muss hier via Internet reservieren, um dann innerhalb einer Stunde zu einem Geldautomaten einer bestimmten Bank zu gelangen, von dem man dann einen Geldtransfer an Sriwijaya Air vornehmen muss. Anschließend bekommt man eine Bestätigungsmail mit dem Ticket zugesandt. Mr. Hasrun überwies das Geld für mich, d.h. er fuhr mit dem Motorrad spät am Abend zum nächsten Geldautomat um in meinem Namen die Überweisung von seinem Konto vorzunehmen. Anders funktioniert das hier nicht, wenn man keine indonesische Kreditkarte hat.

      Heute Mittag besuchten mich zwei Studenten, um ihr Englisch zu verbessern und ein Interview mit mir zu führen. Sie wollte alles über mich und mein Leben in Deutschland wissen. Mansour, wie einer der beiden heißt, möchte mir übermorgen noch ausführlich die Insel zeigen, ich bin gespannt, ob es klappt.

      Das Essen ruft, ich werde wie jeden Abend hier auf der Terrasse speisen, heute mit Eithne zusammen. Mr. Mansour und seine Frau, seine Nichte Hajar werden sich dann später zu uns gesellen. Hajar bereitet auch jeden Tag das Essen vor, sie lebte für kurze Zeit in München als Au Pair, so kann ich sogar ein wenig deutsch mit ihr sprechen.


      Hajar und Wati, meine Gastgeberinnen auf Ternate

      Selamat Malam und bis bald, euer Dirk

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "AER Traveller Dirk "tanzt auf dem Vulkan" - Ankunft auf Ternate" geschrieben. 12.03.2015

      Selamat Pagi liebe Freunde,

      heute bin ich nun endlich an meinem vorerst entferntesten Reiseziel in Indonesien angekommen: auf der kleinen Insel Ternate, die vor der Westküste der bedeutend größeren Insel Halmahera liegt.


      Wo liegt Ternate genau? Genau hier :-)

      Ternate ist fast kreisrund geformt und besteht aus dem obersten Bereich des vom Meeresboden insgesamt rund 4300 Meter aufsteigenden Vulkans Gamalama. Dieser Vulkan brach zuletzt im Januar 2015 aus und ist seitdem immer noch aktiv.


      Die Insel Ternate von oben gesehen

      Nach einem kurzen und erneut sehr ruhigen und angenehmen Flug mit GARUDA in einem nagelneuen Bombardier CRK 1000 landeten wir auf dem kleinen Flughafen von Ternate.


      Auf dem Flughafen von Manado

      Das Klima schlug mir wie ein heißer Waschlappen ins Gesicht: Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, nicht so leicht zu ertragen wie das gemäßigtere Klima im Hochland von Nordsulawesi.


      Fruchtbare vulkanische Landschaft auf Ternate


      Schwarzer Lavastrand auf Ternate

      Was mir sofort auffiel war, dass hier fast alle Frauen den Schleier tragen, im Gegensatz zu Manado und Tomohon. Kein Wunder, schließlich befinden wir uns hier im muslimischen Sultanat Ternate. Im Mittagsverkehr schlängelte sich mein Taxi durch Ternate City. Die Stadt hat immerhin knapp 170.000 Einwohner, fast alle Inselbewohner haben sich hier niedergelassen. Mein Hotel befindet sich etwas außerhalb der Stadt, auf der entgegengesetzten Seite des Flughafens. Es ist ein wunderschön dekoriertes altes Haus im Kolonialstil, mit dunklen Möbeln eingerichtet, äußerst geschmackvoll! Von meiner Terrasse habe ich einen herrlichen Ausblick auf die Nachbarinsel Pulau Tidore, ebenfalls ein ehemaliges unabhängiges Sultanat, damals in ständiger Rivalität zu Ternate. Ich hoffe, diese Insel noch im Laufe meines Aufenthaltes hier besuchen zu können.


      Mein Essen, hartgekochte Eier in einer scharfen Sauce mariniert mit Seegrasgemüse, schmeckte einfach sagenhaft! Anschließend gab es noch einen Riesenteller Papaya und Melone, an dem ich während des Schreibens immer noch herumknuspere ;-)

      Morgen habe ich vor, die Insel mit dem Motorroller zu erkunden. Ich bin durch die Tour letzten Sonntag ja auch mittlerweile ganz gut geschult, auch mit dem Linksverkehr und dem Verhalten der indonesischen Verkehrsteilnehmer ;-)

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "AER Traveller Dirk verabschiedet sich von Sulawesi" geschrieben. 11.03.2015

      Vorgestern Abend hatte ich ein interessantes Treffen mit Laya Anes , der Besitzerin von "Bunaken Tours and Travel", bei dem sie mir vom indonesischen Reisemarkt und den Gepflogenheiten und Buchungsmöglichkeiten der indonesischen Reisebüros erzählte. Sehr beliebt bei den Agents sind Lowcost Carrier wie Lionair, Wings Abadi, Sriwijaya Airlines und Air Asia (diese letztere ist allerdings mehr auf Java und Bali beschränkt). Tickets dieser Carrier kann ein Reisebüro mit speziellen Lizenz-Zugängen direkt auf eigens dafür kreierten Internetseiten der Airlines buchen. Dazu benötigen die wenigsten dieser Reisebüros ein eigenes CRS. Alles wird über Onlineportale abgewickelt und die Agents erhalten mit der Buchungsbestätigung sofort die Provision. Ja, die gibt es hier noch ;-)

      Etwas schwieriger gestaltet es sich mit der Buchung der Trunk-Carrier. Die meisten Reisebüros haben sich auf drei bis vier größere Carrier festgelegt, Tickets werden auch hier über spezielle Homepages der angebotenen Airlines gebucht und abgewickelt. Nur wenige Reisebüros verfügen über eigene IATA-Lizenzen. Internationaler Outgoing Travel wird über einige große Agenturen in Yogyakarta oder in Jakarta abgewickelt. Dort werde ich im Laufe meiner Reise Nachforschungen anstellen ;-)

      Laut Laya können Anfragen dort - z.B. für Gruppenbuchungen - ein Geduldsspiel werden, wenn die Nachricht oder Info dieser Agenturen für Tarife ausbleibt oder mitunter ganz entfällt und die Kunden abspringen oder gleich im Internet bei der gewünschten Airline buchen.

      Laya bekam übrigens auf der ITB 2013 den "Golden Palm Award" von GEO SAISON für den besten Tour Operator auf dem Gebiet "Active and Adventure Operator" verliehen, zusammen mit meinem Gastgeber Michael vom Mountain View Resort, den ich ja bereits mehrmals erwähnte.

      Wenn ihr Kontakt mit ihr aufnehmen möchtet: Ihre Webseite heißt www.bunakentourtravel.com, sie ist per E-Mail unter bunakentourtravel@yahoo.com erreichbar. Laya hat großes Interesse an der Zusammenarbeit mit uns, denn sie betreut häufiger Gruppenreisen nach Europa betreut, z.B. für Pilgergruppen (die meisten Einwohner Nordsulawesis sind sehr christlich, das hatte ich ja schon erwähnt).

      Am nächsten Tag unternahm ich mit Conny und Michael vom Mountain View Resort eine Tour ins Umland von Tomohon und rund um den Lake Tondano, den zweitgrößten natürlichen See Indonesiens. Zunächst besuchten wir den bunten Wochenmarkt in Tomohon, ein überwältigendes Erlebnis von Farben und Gerüchen. Ich ersparte mir diesmal den schon beschriebenen "Extreme-Market", auf dem Hunde, Schlangen, Ratten, Fledermäuse, Kröten etc. zum Verzehr angeboten werden. Das ist einfach kein schöner Anblick für Zartbesaitete oder Vegetarier wie mich. Mir reichte es schon, Rinderköpfe und Schweinehälften ganz selbstverständlich gleich neben einem Kaffeestand oder einer Zuckerbäckerei zu finden... Das Kleinhacken ganzer Hühner inclusive Kopf für das nächste Bami Goreng Ayam in unserem Resort am Abend ließ mich Hals über Kopf in die nächste Marktgasse fliehen. Tja, andere Länder und andere Sitten.

      Auf dem Markt stellte ich fest, dass meine neue Kamera sich ohne Vorwarnung verabschiedet hatte.
      Ich war völlig gefrustet, gleich zu Beginn meiner Reise keine ordentlichen Bilder mehr machen zu können. Bis heute habe ich sie leider nicht mehr in Gang bekommen. Das bedeutet leider, dass ihr wie auch ich mit etwas minderwertigen Handyfotos Vorlieb nehmen müsst, mein altes Smartphone ist leider nicht der Hit…



      Dorftaxi in der Nähe von Tomohon

      Danach ging es zur seismologisch- vulkanologischen Station von Nordsulawesi, einer Region, in der es alleine sechs aktive Vulkane zu überwachen gilt, wie den Lokon-Empung in unmittelbarer Nähe Tomohons oder den Sobutan. Beide Vulkane sind im Moment aktiv, der Sobutan hatte die letzte große Lava-Erruption vor drei Tagen, siehe Bilder meines letzten Berichtes.

      Wir fuhren weiter um das Ostufer des Tondano Lake mit seinen pittoresken Dörfern, deren Bewohner zum großen Teil vom Nelkenanbau leben. Diese werden auf großen Planen zum Trocknen einfach auf der wenig befahrenen Straße ausgelegt, wir mussten einige Male heftige Slalomrunden drehen....


      Gewürznelken am Straßenrand

      Nächste Station war ein Wasserfall im Dschungel, der über 100 Meter in die Tiefe stürzt. Dort entdeckte Michael in den Baumwipfeln eine kleine Gruppe von drei Buntkopf-Kuckucken, die endemisch sind, d.h. nur in Nordsulawesi vorkommen und mittlerweile fast ausgestorben sind.

      Nachdem wir nochmals eine Höhlenkonstruktion, angelegt von den Japanern im zweiten Weltkrieg als Unterschutz und Waffenlager, nach Fledermäusen durchsuchten, kamen wir in ein abgelegenes Tal auf der Tomohon weggewandten Seite des Lokon-Vulkans. Hier fühlte ich mich wie in einer asiatischen Bilderbuch-Welt. Saftig-grüne Reisfelder, ruhige Wasserbüffel, ein paar hochgewachsene Palmen, Bauern mit den riesigen Spitzhüten... Ich genoss die herrliche Ruhe und friedvolle Landschaft in vollen Zügen.

      Bei unserer Rückkehr in das Resort regnete es in Strömen, im Gegensatz zum Wetter auf unserer Tour mit strahlendem Sonnenschein. Glück muss der Mensch manchmal haben :-)


      Am Lake Tondano

      Heute Morgen ging es dann in aller Frühe zum Flughafen nach Manado. Der Abschied von meinen Gastgebern fiel mir wirklich sehr schwer, ich werde die familiäre Atmosphäre dort und die unglaublich zuvorkommenden und freundlichen Menschen sehr vermissen. Danke Micha und Conny und Miss Niny und dem gesamten Team.

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Sulawesi Utara: Exotische Gerichte, wunderschöne Landschaften, freundliche Menschen" geschrieben. 10.03.2015

      Selamat malang liebe virtuell und im Geiste Mitreisende,
      herzliche Grüße aus dem wunderschönen Tomohon in den Bergen südlich von Manado, der Hauptstadt der Provinz Sulawesi Utara (Nord Sulawesi) an der Nordostspitze der Insel Sulawesi.



      Gerade hat es geregnet, und ich sehe vor lauter kleinen Fliegen kaum mehr etwas auf meinem Bildschirm.... Sorry, dass ich mich erst so spät melde. Vor zwei Tagen ist der Vulkan Soputan ausgebrochen und alle Verbindungen waren gestört....

      Diese sechs Tage in Nord Sulawesi gehören zu den eindrucksvollsten, die ich je auf Reisen erlebt habe! Ich wohne im Mountain View Resort, einer kleinen Bungalow-Anlage außerhalb von Tomohon, die landschaftlich wundervoll in einem mit üppigem Urwald bewachsenen Tal gelegen ist, umgeben von Vulkanen und unberührter Natur.



      Der Manager der Anlage, Michael, lebt schon seit 24 Jahren in Indonesien und hat sich auf Expeditionen zu den indigenen Völkern von Papua spezialisiert. Er kennt diese Gegend und Sulawesi wie seine Westentasche, spricht selber Bahasa Indonesia und kann auf einen schier unendlichen Erfahrungsschatz von all seinen Reisen und Expeditionen in diesem wundervollen Teil der Erde zurückgreifen. Er managt zusammen mit seiner Frau Conny das Resort und bietet geführte Exkursionen durch die Provinz Sulawesi Utara an, bei denen man einen tiefen und eindrucksvollen Einblick in die Natur und Kultur dieser Region bekommt. Vom ersten Moment meiner Ankunft an fühlte ich mich hier so herzlich wie in einer Familie aufgenommen und im besten Sinne überwältigt... Mehr Infos über das Resort sowie Geschichten und Legenden dieses Landstriches findet ihr hier >>

      Nun ein wenig über die letzten Tage hier in Nord Sulawesi:
      Nach einem sehr entspannenden Stopover in der Nähe vom Airport in KUL, hatte ich einen angenehmen, turbulenzfreien Flug (ich bin der größte Flugangsthase, den man sich vorstellen kann) mit GARUDA, inclusive exzellentem Onboard-Service mit zwei warmen Mahlzeiten via Jakarta nach Manado, der Hauptstadt und größten Stadt in Nord Sulawesi. Nach der Ankunft im Mountainview Resort, kam ich gleich mit Conny und einer Travellerin aus Österreich ins Gespräch. Meinen Bungalow sah ich erst spät in der Nacht...

      Sulawesi Utara bzw. Nord Sulawesi ist eine der wenigen Provinzen Indonesiens, deren Einwohner sich mehrheitlich zum Christentum bekennen. Die Minahasa, wie die Volksgruppe in dieser Provinz heißt, haben einige ernährungstechnische Traditionen, welche für uns Europäer sehr fremd wirken. So findet man auf der landestypischen Speisekarte populäre Gerichte, wie Hund, Katze, Fledermaus, Ratte und Schlange. Diese Tiere werden auf dem bezeichnenderweise "Extreme Market" genannten Teil des Wochenmarktes in Tomohon lebendig oder bereits geschlachtet angeboten.



      Schlange auf dem Markt


      Schlange im Gulasch

      Kulinarisch neugierige und/oder hartgesottene Zeitgenossen werden hier ihr Paradies finden. Python soll ein zartes, wohlschmeckendes Fleisch haben und Fledermaus einen intensiven Wildgeschmack. Für mich als Vegetarier wurde im Resort täglich ein superleckeres Gericht ohne Fleisch zubereitet, mit dem wohlschmeckendsten Tofu, das ich bisher gegessen habe.

      By the way, die beiden Resorthunde Susi und Devi, führen hier ein paradiesisches und sorgenfreies Leben und brauchen keine Angst zu haben, jemals im Kochtopf zu landen ;-)
      Tag zwei in Tomohon war regenverhangen und wie gemacht für einen entspannten und faulen Aklimatisierungstag, nach meiner doch anstrengenden Anreise von Europa.
      Am dritten Tag, dem 8. März, unternahmen Hanna, meine neue Freundin aus Österreich, J.D. aus Alaska (!) und ich eine Motorradtour durch das Minahasaland. Diese führte uns durch Dörfer, deren Häuser im traditionellem Stil (aus Holz) und liebevollen Gärten geschmückt waren. Nachdem Höhlen mit Flughunden und Fledermäusen erkundet hatten, die von im zweiten Weltkrieg von den Japanern angelegt worden waren, landeten wir dank der Unterstützung einiger hilfsbereiter Dorfbewohner, die uns begleiteten, auf einem riesigen Reisfeldplateau zwischen drei Vulkanen.



      Hier gab es heiße Quellen, sogenannte Hotspots, blubbernde Schlammlöcher und bis zu 80 Grad heiße Seen, alle vulkanischen Ursprungs.



      Wir trafen einen alten Mann, der in einem der Seen für Stunden hingebungsvoll seine beiden Ochsen badete und massierte. Wir stiegen zu ins heiße Wasser, aber leider waren die Tiere ganz auf ihn fixiert und uns gegenüber extrem scheu. Auf mich wirkte die gesamte Szenerie wie aus einer anderen Welt, traumhaft, nicht wirklich fassbar, faszinierend....



      Ich habe mich erstaunlich wacker auf dem Bike geschlagen, nach ein paar Stunden bewegte ich mich auf den schmalen, kurvenreichen Wegen fast so selbstverständlich wie die Einheimischen.

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Abenteuer AER-Travel - die Molukken liegen fernab vom Massentourismus" geschrieben. 09.03.2015

      Hallo Ihr lieben im Geiste Mitreisenden,

      guten Abend aus Kuala Lumpur!

      Dies ist nun meine erste, kurze Station und Erholungspause auf dem langen Weg zu den Molukken. Diese Inselgruppe befindet sich in Indonesien, sehr weit im Osten dieses sich durch seine mehr als 13.000 Inseln riesig und weitläufig erstreckenden Staates.



      Die Molukken liegen quasi vis à vis von Neuguinea, genauer gesagt liegen sie vor der Küste der Vogelkopf-Halbinsel des westlichen, indoneschischen Teiles von Neuguinea, der Provinz Irian Jaya. Ich werde die Nordmolukken bereisen, ein Archipel voller bewegender Vergangenheit und Geschichte, und seit jeher berühmt durch den Anbau und Handel von Gewürznelken und Muskat und sind daher auch unter dem Namen "Gewürzinseln" bekannt.

      Wen die Geschichte und Geographie dieses Archipels interessiert, dem kann ich nur Wikipedia wärmstens empfehlen!

      Wenn ich dort angekommen bin, werde ich Euch weitere Details berichten.

      Nun, wie war die Reise bisher....? Es hat alles prima geklappt, so wie ich mir das vorgestellt habe. Dienstag mittag ging es zunächst nach München, wo ich bei einer lieben Kollegin und Freundin übernachten durfte. Mittwoch morgen dann mit Etihad Airways nach Abu Dhabi. Das Flugzeug war gleich das erste Highlight! Ich flog mit der A6-AFA, einem Airbus mit einer speziellen, farbenfrohen Sonderbemalung, mit der Etihad seine Homebase Abu Dhabi meiner Meinung nach sehr effektiv promotet.



      der Flug war angenehm, der Service professionell und freundlich, auch mein Spezialessen (AVML) kam prompt und war schmackhaft. Weniger professionell war dann die Ankunft in AUH, wir parkten weit entfernt vom Terminal und durften zunächst nicht aufstehen, da aufrund eines technischen Defektes der Klimanalage die Turbinen nicht abgeschaltet werden konnten. Als diese dann endlich runtergfahren waren, gab es nach Angabe der Piloten kein freies Ground-Equipment für unseren Flieger, d.h. leider keine Gangway verfügbar..... Nach ca. einer Stunde waren wir dann glücklich im Terminal angekommen. Dieses ist noch das Originalgebäude aus den beginnenden Siebzigern, als sich Abu Dhabi noch im Dornröschenschlaf befand und niemand auch nur im Entferntesten daran dachte, dass die Emirate einmal zu den am schnellsten wachsenden und boomenden Regionen der Erde gehören und dass Abu Dhabi einen eigenen Homecarrier sein eigen nennt, eine rasant expandierende, weltweit operierende Airline, mittlerweile ein echter "Global player".

      So war das niedliche kleine, im arabischen Stil gebaute Terminal entsprechend gut gefüllt (bzw. eigentlich überfüllt) mit Menschen aus aller Herren Länder und Kulturen. Mir war das alles ein wenig zu viel Input auf einmal, zumal es an Rückzugsgebieten mangelt, wenn man einfach mal etwas Ruhe und Stille benötigt. Diese fand ich dann in einer für jeden Reisenden zugänglichen Lounge, zwar nicht preisgünstig, aber genau das Richtige, um auf angenehme und stressfreie Art die sieben Stunden Wartezeit zu überbrücken. Dies war beileibe nicht in meinem Budget eingeplant, ich bin jedoch mittlerweile dem Alter weit entwachsen, wo es mir nichts ausmachte, irgendwo auf dem Fussboden kauernd mit einer sündhaft teueren Flasche Wasser die Zeit bis zum nächsten Abflug totzuschlagen...

      By the way: Natürlich ist ein neuer Flughafen in AUH in Planung, und es wird auch schon eifrig gebaut :-)

      Nach einem weiteren angenehmen Flug über Nacht bin ich heute Nachmittag in Kuala Lumpur (kurz KL genannt) gelandet und sitze nun auf der Terrasse vor meinem Hotel unweit des Airports, geniesse die Wärme auf meiner Haut und habe mich reichlich mit meinem Lieblingssnack eingedeckt: Seaweed Cracker, kross gebackene hauchdünne Blätter aus Algen, in allen denkbaren Geschmacksrichtungen.



      Ich werde sicherlich nicht alt heute, muss morgen um halb sechs wieder raus zu meinem Weiterflug. Die nächste Etappe morgen wird Manado sein, eine Großstadt an der Nordspitze der Insel Sulawesi, früher auch bekannt unter dem Namen Celebes. Ich fliege mit Garuda via Jakarta und bin schon sehr gespannt auf diese Airline, die seit einigen Jahren für ihren tollen Service gerühmt wird, und wiederholt von Skytrax mit der besten erreichbaren Bewertung ausgeszeichnet wird, den berühmten 5 Sternen ;-)

      Ihr hört bald wieder aus Sulawesi von mir, bis dahin ahoi und gute Nacht :-)

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Abenteuer AER-Travel - Uruguays schönste Altstadt" geschrieben. 20.11.2014

      Colonia del Sacramento - für Altstadtliebhaber

      Die Ursprünge von Colonia del Sacramento gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Altstadt ist seit 1995 UNESCO Weltkulturerbe.





      An einem Wochentag im November kann man entspannt durch die kopfsteingepflasterten Straßen schlendern und die Idylle genießen. Am Wochenende kommen die Besucherscharen, größtenteils aus Argentinien und Brasilien. Buenos Aires ist nur eine Stunde per Fähre entfernt.

      Nachdem ich tagsüber das Städtchen alleine erkundet habe, treffe ich am Abend Sandra und bekomme noch eine Tour durch Colonia aus der Sicht einer Einheimischen. Bei einer Rundfahrt mit dem Auto, man läuft hier nicht gerne, erklärt sie mir, wie abhängig Uruguay und speziell touristische Magnete von der argentinischen Wirtschaftslage sind. Gerade die Argentinier kommen gerne und geben viel Geld aus. In diesen turbulenten Zeiten schließen auch hier viele Hotels und Bars. Sandra hat Anfang des Jahres noch in einem Hotel an der Rezeption gearbeitet (an dieser Stelle schöne Grüße an Lutz!!). Das Hotel hat allerdings mittlerweile geschlossen und sie hat sich mit einem Stand auf dem Kunsthandwerksmarkt, der Feria Artesanal, selbstständig gemacht. Wen jemand von euch vor Ort ist, sagt liebe Grüße, sie sprich auch etwas deutsch.


      Pia und Sandra in Colonia del Sacramento

      Für die wunderschöne Stadt und die sympathische Sandra drücke ich die Daumen, dass die Flaute nur vorübergehend ist. Bevor ich mich auf weniger betretene Pfade in Richtung Villa Serrana aufmache, hier noch ein Tipp für alle Weinliebhaber: die Gegend um Colonia del Sacramento ist ein bedeutendes Weinanbaugebiet in Uruguay. Ich persönlich empfehle die Weine der Bodega de los Cerros, der Cabernet Sauvignon ist leicht und hat mir sehr gut geschmeckt.

      Also dann, Hasta Luego!

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Abenteuer AER-Travel - unterwegs im Landesinneren von Uruguay" geschrieben. 20.11.2014

      Landleben nahe San José de Mayo

      San José ist die Hauptstadt des gleichnamigen Departments mit ca 40.000 Einwohnern. Hier wohne ich für drei Tage bei Freunden auf dem Land, ca. 20 Kilometer von der Stadt entfernt. Knallblauer Himmel, Schäfchenwolken und sanfte grüne Wiesen. Mittendrin das Haus.


      In San José


      Draußen auf dem Land

      Auf den Nachbargrundstücken herrscht ruhige Betriebsamkeit. Kühe und Pferde werden zur Weide getrieben, die Melkmaschine brummt und Traktoren tuckern vorbei. Die Landwirtschaft bestimmt den Tagesrythmus der Menschen.

      Um mich nützlich zu machen, nehme ich eines der noch nicht zugerittenen Pferde, damit es etwas mehr Bewegung bekommt. Mit einem Pferd an der Leine und einem Hund der vorweg läuft geht es los, die Straße entlang.


      Meine neuen Freundin?

      Gottseidank ist die Stute schlecht in Mathe, sonst würde ihr auffallen, dass sie ca 600kg wiegt und ich mit meinem Halfter eigentlich gar nichts ausrichten kann. Wenn sie losrennt, oder nicht mehr weiter will, war es das. Sie versucht auch ständig mich nach rechts in den Graben zu drängen, aber ich halte tapfer dagegen. Nach ca einer Stunde sind wir wohlbehalten zurück. Ob ich auf den Geschmack gekommen bin und bei der nächsten Gelegenheit mal eine Reitstunde wage? Wir werden sehen.

      Zum Abschluss des Tages geht es in die Boliche. Das kleine weisse Haus beherbergt eine Bar, einen Billardtisch, einen Fernseher (Fussball..) und ist gleichzeitig Lebensmittelladen. Man bekommt hier fast alles, kann ein Bier trinken, seinen Handykredit aufladen und sich mit dem neuesten Klatsch und Tratsch versorgen.

      Nestor und Esther, die Besitzer der Boliche, haben gerade an einem Hausbauprojekt teilgenommen und mir erlaubt, ein paar Fotos zu machen. Das Projekt MEVIR ist eine private Organisation, die Menschen in ländlichen Gebieten zu Hauseigentum verhilft. Es handelt sich um standardisierte Häuser, die innerhalb von cirka 3 Monaten gebaut werden und dann schlüsselfertig an die neun Eigentümer übergeben werden. Die Höhe der monatlichen Rate richtet sich nach dem Einkommen. Esther und Nestor zahlen zum Beispiel 200 Euro im Monat für ca. 16 Jahre. Wenn alle Zahlungen pünktlich eintreffen, gilt das Haus nach 12 Jahren als abbezahlt.


      Das Haus von Nestor und Esther


      Klein aber fein


      Und so sieht es drinnen aus



      Zum Vergleich zahlt eine Bauhelferin, alleinerziehend mit zwei Kindern, 50 Euro pro Monat. Damit verlängert sich die Laufzeit der Zahlung entsprechend. Im Preis inklusive ist die Tiefbrunnenbohrung, Wasser- und Stromversorgung und eine Zwei-Kammern-Kläranlage, die das Abwasser reinigt. Die Häuser sind einfach, aber modern, effizient und hell.

      Während das Haus gebaut wird müssen zwei Familienangehörige als Bauhelfer abgestellt werden. Ist dies nicht möglich muss man Arbeiter bezahlen. In dem Fall, den ich besichtigt habe, war das Grundstück bereits im Besitz der Familie. Es ist zum Beispiel auch möglich, ein bestehendes Haus mit Hilfe von MEVIR zu renovieren. MEVIR kauft auch Großgrundstücke und bebaut diese, in Villa Rodriguez ist gerade eine Siedlung mit 90 Häusern fertig gestellt worden, hier übersteigt die Nachfrage weitaus das Angebot an Häusern.

      Adios Landleben, bei mir geht es jetzt weiter nach Colonia del Sacramento, die berühmte Altstadt besichtigen.

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Abenteuer AER-Travel, los geht’s! Mein Ziel: Uruguay." geschrieben. 10.11.2014

      Meine erste Station: Montevideo. Die Hauptstadt Uruguays mit ca. 1,3 Millionen Einwohnern liegt am Ufer des Rio de la Plata, schräg (zugegeben, sehr schräg) gegenüber von Buenos Aires.
      Der Himmel ist strahlend blau. Wahrzeichen Montevideos ist der Palacio Salvo. An der Stelle erbaut, an der sich vorher die Confitería La Giralda befand, ein geschichtsträchtiger Ort, denn dort wurde das Stück La Cumparsita geschrieben, die Hymne des Tango. In den 1920ern erbaut damals das höchste Gebäude Lateinamerikas, ist der Palacio Salvo auch heute noch von allen Seiten gut zu sehen und dient mir als prachtvolle Orientierungshilfe. Da kann der Stadtplan in der Tasche bleiben.

      Ist Montevideo eine schöne Stadt? Hier auf der Plaza Independencia ist die Antwort auf kleinstem Raum zu finden: Belle Epoque und Art-Deco Schönheiten wie das Teatro Solis und der Palacio Salvo teilen sich den Platz mit einer Plattenbau-Hochhaus-Scheußlichkeit mit Ostblock-Charme.







      Die Schönheit und den Flair der Stadt entdeckt, wer sich dem entspannten Tempo der Bewohner anpasst und durch die Altstadt oder die Rambla entlang schlendert. Die Rambla von Montevideo führt 13 Kilometer entlang des Rio de la Plata. Jogger, Inlineskater und Radfahrer nutzen sie als Trainingsstrecke, an verschiedenen Stationen hat die Stadt Fitnessgeräte aufgebaut. Die komplette Steinmauer ist mit Bänken gesäumt und die Menschen kommen alleine oder mit Freunden um auf das Wasser zu schauen und einen Mate zu teilen.





      Mein erstes Treffen um mehr über die Reiseindustrie zu erfahren führt mich zum Mittagessen nach Pocitos. Eine beliebte Wohngegend nördlich des Zentrums, mit unzähligen Bars und Restaurants und einem schönen Strandabschnitt. Ich treffe Irene Recknagel und Birgit Ketel im Restaurant Fellini. Als Vorspeise nehme ich eine kalte Rote-Bete-Suppe, das fängt schonmal gut an.
      Irene Recknagel ist in Uruguay geboren, mit deutschen Vorfahren. Sie bietet Auswanderern Unterstützung jeglicher Art, seien es Behördengänge, Grundstückssuche etc. Ihr Blog http://uruguay-erwartetsie.blogspot.com informiert über Neuigkeiten und gibt auch aktuelle Veranstaltungstipps. Sie hat lange Jahre bei der Außenwirtschaftsabteilung der uruguayisch-deutschen Handelskammer gearbeitet, kennt sich genau aus und verfügt über umfangreiche Kontakte. Irene bemerkt in den letzten Jahren einen Anstieg an Anfragen. Die Bekanntheit und Beliebtheit von Uruguay als Reise und Auswanderungsziel wächst.

      Birgit Ketel hat eine Reiseagentur, die maßgeschneiderten Urlaub in Uruguay ermöglicht. Nach langjähriger Erfahrung bei einem Hamburger Reiseveranstalter bestens gerüstet, verbringt sie die verlängerte Sommersaison vor Ort und kann ihre Gäste umfassend betreuen. Sie organisiert Städtetrips, Aufenthalte auf Estancias, Reiterferien und vieles mehr. Ihr Angebot ist unter www.uruguay-travels.com zu finden. Birgits Begeisterung für Uruguay und ihr über lange Jahre gereiftes Netzwerk stellen sicher, dass der Geschmack ihrer Kunden getroffen wird, ob es sich um Glitz und Glamour in Punta del Este oder die Gaucho-Erfahrung in der Pampa handelt. Vielen Dank an Irene und Birgit für das interessante Treffen.



      Mein nächster Termin führt mich in die Zona America. Ein Businesspark, in dem sich internationale Firmen angesiedelt haben. Ich bin zu Besuch im Global Customer Support Center von Sabre. Seit 10 Jahren bedient Sabre von Montevideo aus den internationalen Markt. Als ich um kurz nach 9 Uhr eintreffe sind die Arbeitsplätze teilweise noch nicht besetzt, denn die Kollegen dort arbeiten entsprechend der Öffnungszeiten ihrer Märkte: Nordamerika, Lateinamerika, Europa etc. Schon jetzt hört man aus jeder Ecke eine andere Sprache.



      Ähnlich wie der AER unternimmt Sabre viel, um das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter zu fördern: täglich steht ein Arzt zur Verfügung, verschiedene Kurse wie Yoga werden angeboten. Soziales Engagement vor Ort wird durch Programme gefördert, bei denen die Mitarbeiter Zeit spenden, um zum Beispiel in Schulen auszuhelfen. Ich durfte verschiedenen Kollegen über die Schulter schauen und habe einen interessanten Einblick bekommen. Vielen Dank dafür!

      Ich verlasse Montevideo in Richtung San Jose de Mayo und freue mich auf neue Begegnungen.

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "…tschüß Paradies" geschrieben. 18.03.2014

      Von Capurgana zurück nach Sincelejo

      Am Sonntagmorgen stand dann schon meine Abreise aus Capurgana an, dabei hätte ich wirklich noch ewig hier bleiben können.

      Die Ruhe, die Sonne und das Meer…einfach herrlich. Vor mir stand nun aber erstmal eine 12stündige Tour zurück nach Sincelejo, von dort wollte ich dann den nächsten Tag noch einmal Richtung Barranquilla da es nördlich von der Stadt noch viele sehenswerte Orte und auch den Tayrona National Park gibt.

      Die Rücktour verlief wirklich einwandfrei, nicht nur die Bootstour war wesentlich angenehmer auch die Fahrt durch den Dschungel war schneller als auf dem Hinweg.


      Wieder in Barranquilla & Besuch in Tolu

      Am Montag ging es dann wieder nach Barranquilla, dieses Mal habe ich mir ein kleines Hotel ausgesucht, in welchem ich nur schnell meine Sachen verstaute und ab gings wieder raus, das Ziel Tolu.

      Tolu ist ein relativ großes Dörfchen, fast schon eine Kleinstadt und liegt direkt am Meer. Der Ort ist sehr beliebt bei den Einheimischen, vor allem für Tagesausflüge. Viele Leute haben hier auch ein kleines Ferienhäuschen.
      Ich habe einen kleine Erkundungstour gemacht und jede Menge mir unbekanntes Obst gefuttert, dass meiste ziemlich lecker…einiges doch sehr gewöhnungsbedürftig.

      Dann stand auch schon die Rückfahrt mit dem Bus auf dem Programm.


      Fazit meines Urlaubs als Aertraveller

      Ich hatte wirklich eine klasse Zeit hier in Kolumbien und konnte viele neue Erfahrungen sammeln, sowie wunderschöne, unbekannte Gegenden entdecken.

      Gerne hätte ich mir noch mehr Orte angeschaut, die Kaffeeregion Kolumbiens soll wirklich atemberaubend sein, dass war in den 2 ½ Wochen leider nicht drin.

      Ich habe das Gefühlt, dass ich während meines Aufenthalts viel über das Land und die Leute lernen konnte. Die meisten Menschen die ich kennengelernt habe waren nett, hilfsbereit und sehr lebenslustig, egal aus welcher Gesellschaftsschicht…Ich habe viele schöne Geschichten gehört aber auch etwas über die Schattenseiten Kolumbiens erfahren.

      Kolumbien ist ein wirklich schönes und sehr vielfältiges Reiseziel, ein Pluspunkt ist auf alle Fälle, dass es nicht so überlaufen ist, wie manch andere Backpacker Ziele und es gibt natürlich auch keine Hotelklötze a la „El Arenal“. Grade abenteuerlustige Leute können so einiges erleben aber auch für Sonnenanbeter gibt es hier immer ein ideales Plätzchen.

      Ich empfehle aber Jedem der vor hat Kolumbien zu erkunden ausreichend Spanisch zu können. Irgendwie kann man sich zwar immer mit Händen und Füßen verständigen aber man möchte ja vielleicht auch mit Anderen ins Gespräch kommen…meine Spanischkenntnisse konnte ich jedoch auch ein wenig verbessern.

      Und auch das Reisen so ganz allein als junge Frau war eigentlich eher unproblematisch, als Backpacker lernt man ja auch schnell andere Touris kennen und ist eher selten allein.

      Der Januar und Februar eignen sich perfekt, um die Karibikküste zu erkunden, hier ist dann nämlich Trockenzeit und es ist nicht schwül. Außerdem sind in dieser Jahreszeit nur wenig Touristen unterwegs, egal ob In- oder Ausländer. Es hat sich wirklich so angefühlt, als wäre ich teilweise der einzige Touri gewesen aber auch das war eher positiv. Der einzige Nachteil den Reisen im Januar/Februar haben ist, dass die Umgebung eher trocken ist, sodass ich die grüne Vielfalt Kolumbiens eher selten erleben durfte.

      Wie schon gesagt, ich hatte eine schöne Zeit und kann Kolumbien jedem nur wärmstens empfehlen.

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Oh wie schön ist Panama :-))" geschrieben. 13.03.2014

      Freitag stand endlich die lang ersehnte Tour durch den Dschungel nach Panama an. Ich bin früh aufgebrochen da die Tour wirklich sehr anstrengend sein sollte...und ich schwöre das war sie auch!! Ich musste über einen riesigen "Hügel". Da ich leider, leider nicht grade das perfekte Schuhwerk eingepackt hatte, bin ich eher gerutscht als gelaufen. Ich glaube ich habe noch nie so viel und so schnell geschwitzt, schon nach einer halben Stunde war alles klitschnass. Die dreistündige Tour durch den Dschungel hat mir aber großen Spass gemacht.



      Bevor ich Panama erreicht habe, habe ich noch ein kleines Päuschen in Sapzurro eingelegt. Der Ort befindet sich noch in Kolumbien und liegt nur einen 15minütigen Treppenmarsch von Panama entfernt. Sapzurro ist noch kleiner als Capurgana und hat einen etwas schöneren Strand.

      Nach einer kurzen Passkontrolle war ich dann auch schon in Panama, genauer gesagt dem "Playa Miel". Das Wasser war auch hier kristallklar. Der Strand war unglaublich leer, mit mir eingeschlossen waren hier ganze zehn Leute. In der Bucht gab es viele Korallen, sodass ich mir das Schnorcheln hier auf keinen Fall entgehen lassen konnte. Die vielen bunten Fische waren sehr hübsch anzusehen, in Deutschland habe ich eher Ekel vor den heimischen Fischen, der war hier aber sofort verflogen.

      Zurück nach Capurgana bin ich dann allerdings mit dem Schnellboot, die Fahrt dauerte nur 20 Minuten.

      Später gab es dann ein leckeres Essen und ich habe den Abend mit einigen Leuten aus Medellin verbracht. Ich wurde auch sofort nach Medellin eingeladen allerdings bezweifel ich, dass ich es in der mir noch bleibenden Zeit, die ich noch in Kolumbien bin schaffen werde.

      Es ist wirklich Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht, die zweite Woche neigt sich ja auch dem Ende zu.

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Relaxen auf Kolumbianisch :-)" geschrieben. 13.02.2014

      Donnerstag stand für mich eigentlich nur Relaxen und Bräunen an der Tagesordnung, denn auch das muss bei einer dreiwöchigen Tour mal drin sein.

      Die Leute in Capurgana sind wirklich sehr herzlich und aufgeschlossen, auch wenn wir uns teilweise nur mit Händen und Füßen verständigen konnten. Hier leben neben den Kolumbianern auch viele europäische Aussteiger, der Ort eignet sich einfach perfekt dazu, den Rest der Welt mit all seinen Problemen zu vergessen. Es ist hier einfach wie im Traum...


      Strand von Capurgana I


      Strand von Capurgana II

      Es gibt keine richtigen Straßen geschweige den Autos, ich hatte während meiner ganzen Zeit nur 1-2 Motorräder gesehen und auch hier heißt es, dass diese vielleicht verboten werden sollen. Ich fühle mich hier wirklich wie auf einer recht einsamen Insel.


      Dorfplatz von Capurgana, hier treffen sich die Leute spieln Fussball oder feiern gemeinsame Fiestas

    • AERTiCKET_SR hat den Blog-Artikel "Bootstour von Turbo nach Capurgana" geschrieben. 12.02.2014

      Mein Wecker klingelte heute schon wieder um 6:00 Uhr früh, da ich um 7:00 am Hafen von Turbo sein musste, von dort ging das Schnellboot nach Capurgana. Die Fahrt dauerte gute 3 Stunden und das Boot, in dem wir fuhren, hätte für meinen Geschmack ruhig etwas größer und neuer sein können.





      Der "Golf von Uraba", die Bucht von Turbo, war wirklich nicht sehr ansehnlich, das Wasser wirkte sehr schmutzig und baden oder kentern wollte man hier auf keinen Fall... Als wir die Bucht verlassen hatten wurde das Wasser aber schlagartig blau. Ziemlicher Wellengang war an diesem Morgen angesagt und die Kinder an Bord haben ganz schön rumgeschrien - was ich nachvollziehen konnte, da Bootfahren nicht grade eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist.

      [img]http://www.aerticket.de/fileadmin/Bilder_www.aerticket.de/Ueber_uns/AERTravel/AERTRAVEL_Amerika_Karibik/Kolumbien_bootstour3.jpg[img]

      Wir haben eine kleine Pause an der "Bahia Trigana" gemacht. Das Wasser hier ist türkisblau, dass erste Mal in meinem Leben, das ich so klares Wasser gesehen habe...am liebsten wäre ich sofort reingesprungen.



      Ca. 1 Stunde später haben wir dann den Hafen von Capurgana erreicht...einfach traumhaft!! Der Ort ist umgeben von klarem Wasser und Dschungel.
      Auch hier stand für mich erst einmal die Suche nach einer passenden Schlafplätzchen an. Ich habe sehr schnell ein Hostel gefunden und kam auch sofort mit anderen Backpackern ins Gespräch. Gemeinsam haben wir dann den Ort erkundet. In Capurgana gibt es wirklich sehr viele kleine Hotels und Hostels, besonders beliebt ist der Ort in den Sommermonaten. Die Leute die hier leben, leben zwar bescheiden aber wirken alle glücklich und zufrieden.

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AERTiCKET_SR
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