AERTravel Blog - Ausflug von Ternate auf die Nachbarinsel Tidore

Ausflug von Ternate auf die Nachbarinsel Tidore

Ausflug von Ternate auf die Nachbarinsel Tidore

15.03.2015 17:29

AER Traveller Dirk wird Ehrengast auf einer indonesischen Hochzeit


Guten Morgen meine lieben mich im Geiste und Gedanken begleitenden Freunde!

Gestern hatte ich den wohl aufregendsten und spektakulärsten Tag meiner bisherigen Reise. Ich habe auf einer Hochzeit gesungen! Aber dazu später. Ich beginne am besten von vorne:

Gemeinsam mit Lady Eithne, oder einfacher "Edna" und Antho - dem Schwager von Hasrun, dem Besizter der Villa Ma‘Rasai machten wir uns auf nach Tidore, der Nachbarinsel und dem gleichnamigen Sultanat, in Sichtweite von Ternate gelegen.


Blick auf Tidore von Ternate aus

Am geschäftigen Hafen wurden unsere Motorroller auf kleine Holzboote geladen, wir nahmen ebenfalls an Deck Platz. Es gibt noch eine winzige stickige Kajüte unter Deck, aber wir wollten uns den Wind um die Nase wehen lassen, eine willkommene Abwechslung zum heißen und feuchten Klima hier.


Ankunft auf der Insel Tidore

Nach eine kurzen Überfahrt landeten wir in Rum, dem kleinen Anleger von Tidore. Wir starteten unsere Inselumrundung, passierten zwei Dörfer und nahmen dann einen schmalen Weg zwischen den beiden dominierenden Vulkanen Tidores. Dieser führte uns durch hübsch herausgeputzte Dörfer mit bunten Häusern und akkurat angelegten tropischen Vorgärten. Der Weg ging so steil bergauf, dass Edna teilweise zu Fuß laufen musste, weil Anthos Bike für zwei Leute zu schwach motorisiert war.


Colours of Tidore

Bei einer Rast mit Zigarettenpause kam ein alter Mann aus dem Gebüsch und setzte sich neben mich. Ich bot ihm eine Zigarette an und wir verständigten uns mit Händen und Füssen so gut es ging. Als Edna und Antho schließlich eintrudelten saßen wir zu viert auf der Straße und Antho versuchte sich ebenfalls mit dem Mann zu unterhalten. Das war schwierig, denn obwohl sie von benachbarten Inseln stammten, sprechen beide völlig unterschiedliche Sprachen.


Tidore - Begegnung am Straßenrand

Nach dem netten Päuschen setzten wir unseren Trip in Richtung Soasio fort, der Hauptstadt Tidores. Dort ebenfalls überall adrette und hübsche Häuser, breite Straßen ohne eine Menschenseele. Nur ab und zu eine Motor-Rikscha, kaum ein Auto weit und breit...

Als wir das Städtchen schon halb durchquert hatten, gerieten wir in eine große Gruppe festlich gekleideter Menschen, mitten auf der Straße war ein Festzelt aufgebaut, ausgekleidet mit Seiden- und Batiktüchern. Uns wurde schnell klar, dass wir in eine Hochzeitsgesellschaft geraten waren. Vorsichtig und respektvoll (Lady Eithne wie immer eher weniger respektvoll) näherten wir uns dem Hauptzelt. Auf einer Bühne stand das Brautpaar, links und rechts flankiert von den jeweiligen Brauteltern, inmitten von Gratulaten. Alle waren in prächtiger Festkleidung aus Seide und Brokat...

Stimmung und Eindrücke sind schwer zu beschreiben, aber hier findet ihr Bilder: https://www.aerticket.de/ueber-uns/aertr...ter-indonesiens

Zunächst näherten wir uns vorsichtig der Bühne von der Seite, um ein paar Fotos zu machen. Bald kamen zwei junge Mädchen auf uns zu und fragten uns in perfektem Englisch, ob wir etwas mitessen wollten. Ehe wir uns versahen waren wir mittendrin in der Hochzeitsgesellschaft, wurden freundlich von den Gästen bewirtet und später dazu aufgefordert, auf der Bühne dem Brautpaar und dessen Eltern zu gratulieren. Wir schämten uns ziemlich unseres schäbigen Aufzugs, durchgeschwitzt und verklebt in Shorts und T-Shirt. Aber die Hochzeitsgesellschaft bestand darauf.


Tidore - Hochzeitsgesellschaft mit AER Traveller

Eines der Mädchen schrieb uns eine SMS, denn wegen der heftigen Lautstärke der Band, die permanent Musik machte, konnte man sich sonst kaum verständigen. Sie schreib, dass alle sich durch unseren Besuch geehrt fühlen und das Brautpaar sich wünscht, dass wir eine schöne Zeit mit Ihnen haben und sie hoffen, dass uns die angebotenen Gerichte munden. Und ehe wir uns versahen, befanden wir uns mit der Brautgesellschaft auf der Bühne, brachten unsere Glückwünsche dar und wurden von allen Seiten fotografiert. Ich fühle mich gleichzeitig geehrt und beschämt ob der generösen und überwältigenden Gastfreundschaft der Menschen.

Der Aufforderung, dem Brautpaar auf der Musikbühne noch ein musikalisches Ständchen zu bringen, konnte ich mich anfangs erfolgreich widersetzen. Als wir bereits fertig waren zur Weiterfahrt, ich schon meinen Motorradhelm aufhatte, hörte ich und sah die beiden vorher erwähnten Mädchen auf der Bühne "someone like you " von Adele singend zum besten zu geben. Ich kehrte mitsamt Helm zur Bühne zurück und ehe ich mich wehren konnte, stand ich mit den beiden auf der Bühne und trällerte gemeinsam "someone like you" ins Mikrofon, immer noch mit dem Helm auf dem Kopf, da ich den verdammten Verschluss nicht aufbekam :-( Irgendein Gast sprang dann schließlich auf die Bühne, erlöste mich von dem Helm und ich krächzte völlig aufgelöst und nervös einige Töne ins Mikro, vor mir ein Blitzgewitter der Kameras...

Die Menge jubelte und ich wurde zu einer Zugabe aufgefordert. Nun trat ich aber ganz entschieden den Rückzug an, fast einem Herzinfarkt nahe vor lauter Aufregung. Die Leute bedankten und verbeugten sich vor mir, ich tat das selbe und finally setzten wir unseren Weg auf den Motorbikes fort...


Mangroven an der Küste von Tidore

Dieses Erlebnis wirkte noch den ganzen gestrigen und auch den heutigen Tag nach und wird mir mein gesamtes Leben in Erinnerung bleiben. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit dieser Menschen ist schlichtweg überwältigend und atemberaubend!

Der Rest des Tages ist schnell erzählt, wir setzten unseren Weg um die Insel herum fort, hatten noch einige sehr berührende Begegnungen mit den Menschen in den Dörfern, besuchten noch eine heiße Quelle am Strand einer Ansiedlung, bis wir aufs Neue von RUM aus unseren Heimweg auf einem der winzigen Holzboote mitsamt unseren Motorrädern an Deck antraten. Auf dem Boot lernte ich noch eine Gruppe von Studenten von der Uni in Ternate kennen, die mich heute besuchen kommen, um mir noch mehr von Ternate und ihrem Zuhause zu zeigen. Ich bin schon sehr gespannt.

Gleich mache ich mich nochmal mit dem Bike zu einer Lagune im Norden der Insel auf, und melde mich heute Abend oder morgen von Ambon wieder.

Mit meiner Planung zu den Banda Inseln ist einiges gründlich daneben gelaufen, werde jetzt morgen nach Ambon fliegen müssen, ohne zu wissen, wie es von dort aus weitergeht, da sich die Weiterreise nach Banda aufgrund der fehlenden Bootsverbindungen, wie sich gestern herausstellte, komplett zerschlagen hat. Aber davon später mehr. Ich starte nun erstmal in meinen Tag!

Selamat Padi :-)

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  • Erstellt von AERTiCKET_SR In der Kategorie Indonesien am 15.03.2015 17:29:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 29.03.2015 18:02
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