AERTravel Blog - Abenteuer AER-Travel - unterwegs im Landesinneren von Uruguay

Abenteuer AER-Travel - unterwegs im Landesinneren von Uruguay

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20.11.2014 13:17

Eindrücke vom Landleben um San José de Mayo und interessante Infos über das Projekt MEVIR, eine private Organisation, die Menschen in ländlichen Regionen Uruguays zum eigenen Haus verhilft


Landleben nahe San José de Mayo

San José ist die Hauptstadt des gleichnamigen Departments mit ca 40.000 Einwohnern. Hier wohne ich für drei Tage bei Freunden auf dem Land, ca. 20 Kilometer von der Stadt entfernt. Knallblauer Himmel, Schäfchenwolken und sanfte grüne Wiesen. Mittendrin das Haus.


In San José


Draußen auf dem Land

Auf den Nachbargrundstücken herrscht ruhige Betriebsamkeit. Kühe und Pferde werden zur Weide getrieben, die Melkmaschine brummt und Traktoren tuckern vorbei. Die Landwirtschaft bestimmt den Tagesrythmus der Menschen.

Um mich nützlich zu machen, nehme ich eines der noch nicht zugerittenen Pferde, damit es etwas mehr Bewegung bekommt. Mit einem Pferd an der Leine und einem Hund der vorweg läuft geht es los, die Straße entlang.


Meine neuen Freundin?

Gottseidank ist die Stute schlecht in Mathe, sonst würde ihr auffallen, dass sie ca 600kg wiegt und ich mit meinem Halfter eigentlich gar nichts ausrichten kann. Wenn sie losrennt, oder nicht mehr weiter will, war es das. Sie versucht auch ständig mich nach rechts in den Graben zu drängen, aber ich halte tapfer dagegen. Nach ca einer Stunde sind wir wohlbehalten zurück. Ob ich auf den Geschmack gekommen bin und bei der nächsten Gelegenheit mal eine Reitstunde wage? Wir werden sehen.

Zum Abschluss des Tages geht es in die Boliche. Das kleine weisse Haus beherbergt eine Bar, einen Billardtisch, einen Fernseher (Fussball..) und ist gleichzeitig Lebensmittelladen. Man bekommt hier fast alles, kann ein Bier trinken, seinen Handykredit aufladen und sich mit dem neuesten Klatsch und Tratsch versorgen.

Nestor und Esther, die Besitzer der Boliche, haben gerade an einem Hausbauprojekt teilgenommen und mir erlaubt, ein paar Fotos zu machen. Das Projekt MEVIR ist eine private Organisation, die Menschen in ländlichen Gebieten zu Hauseigentum verhilft. Es handelt sich um standardisierte Häuser, die innerhalb von cirka 3 Monaten gebaut werden und dann schlüsselfertig an die neun Eigentümer übergeben werden. Die Höhe der monatlichen Rate richtet sich nach dem Einkommen. Esther und Nestor zahlen zum Beispiel 200 Euro im Monat für ca. 16 Jahre. Wenn alle Zahlungen pünktlich eintreffen, gilt das Haus nach 12 Jahren als abbezahlt.


Das Haus von Nestor und Esther


Klein aber fein


Und so sieht es drinnen aus



Zum Vergleich zahlt eine Bauhelferin, alleinerziehend mit zwei Kindern, 50 Euro pro Monat. Damit verlängert sich die Laufzeit der Zahlung entsprechend. Im Preis inklusive ist die Tiefbrunnenbohrung, Wasser- und Stromversorgung und eine Zwei-Kammern-Kläranlage, die das Abwasser reinigt. Die Häuser sind einfach, aber modern, effizient und hell.

Während das Haus gebaut wird müssen zwei Familienangehörige als Bauhelfer abgestellt werden. Ist dies nicht möglich muss man Arbeiter bezahlen. In dem Fall, den ich besichtigt habe, war das Grundstück bereits im Besitz der Familie. Es ist zum Beispiel auch möglich, ein bestehendes Haus mit Hilfe von MEVIR zu renovieren. MEVIR kauft auch Großgrundstücke und bebaut diese, in Villa Rodriguez ist gerade eine Siedlung mit 90 Häusern fertig gestellt worden, hier übersteigt die Nachfrage weitaus das Angebot an Häusern.

Adios Landleben, bei mir geht es jetzt weiter nach Colonia del Sacramento, die berühmte Altstadt besichtigen.

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  • Erstellt von AERTiCKET_SR In der Kategorie Uruguay am 20.11.2014 13:17:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 24.02.2015 17:08
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